Bayern jeweils deutlich vorn

Bundesliga-Vergleich: Chancen-Qualität vs. Anzahl der Torschüsse

Andre Silva bei einem Fallrückzieher. Foto: Getty Images
Andre Silva bei einem Fallrückzieher. Foto: Getty Images

In der Bundesliga sind vor den Samstagsspielen des 10. Spieltags insgesamt 250 Tore gefallen. Der FC Bayern hat mit 33 Treffern dabei alleine einen Anteil von über 13 Prozent aller Saisontore im deutschen Oberhaus. Kein Wunder, schließlich schießt auch kein Team öfters auf den gegnerischen Kasten. Einen direkten Zusammenhang gibt es aber nicht immer.

Mit 170 Schüssen in neun Spielen führt der Rekordmeister das Ranking der 18 Bundesligisten deutlich an. Schon das Team auf Platz zwei zeigt aber, dass viele Schüsse nicht gleichbedeutend mit großer Torgefahr sind. Borussia Mönchengladbach hat seine 141 Versuche nur in zehn Treffer ummünzen können. Es ist ein Beleg dafür, dass nicht die Anzahl, sondern die Qualität der Abschlüsse entscheidend ist. Statistiker haben dafür schon vor Jahren die Metrik der sogenannten 'expected goals' eingeführt, die sich auch in Deutschland wachsender Aufmerksamkeit erfreut.

Chancenqualität wichtiger als reine Anzahl

Dabei handelt es sich beim xG-Wert, vereinfacht ausgedrückt, um eine statistische Berechnung der Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs für jeden Abschluss. Ein Schuss aus 30 Metern geht in die quantitative Beobachtung, also der reinen Zählung von Versuchen, mit ein, hat aber einen geringen xG-Wert. Bei den 'expected Goals' liegt der FC Bayern derzeit ebenfalls weit vor der Konkurrenz. Dem Anbieter Understat zufolge hat der Rekordmeister bislang Abschlüsse von einer Qualität gesammelt, die etwa 31 Saisontore 'verdient' hatten. Gladbach liegt in dieser Betrachtung immerhin noch auf Rang fünf.

Frankfurt, Stuttgart und Freiburg auffällig

Andere Klubs verlieren im Vergleich der Schuss-Statistik zum xG-Ranking deutlicher an Boden. Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart zeigen dabei relativ betrachtet besonders wenig Effizienz bei ihren Abschlüssen. Die Hessen und die Schwaben liegen im qualitativen Quervergleich jeweils sechs Positionen schlechter als in der quantitativen Betrachtungsweise. Heißt also: Frankfurt und Stuttgart schießen oft genug aufs Tor, sammeln dabei aber vergleichsweise viele ungefährliche Abschlüsse. Dem gegenüber steht der SC Freiburg, der zwar nur die zwölftmeisten Schüsse abgibt, damit aber den siebtbesten xG-Wert erzielt. Kein anderer Klub macht einen derartigen Sprung nach vorn.

Wer schneidet qualitativ besser ab als quantitativ?

1. SC Freiburg: Platz 12 in der Schuss-Statistik / Platz 7 im xG-Ranking / +5 Plätze

2. Hertha BSC: 16 / 12 / +4 Plätze (ein Spiel mehr in der Wertung)

3. Union Berlin: 13 / 10 / +3 Plätze

= 3. Borussia Dortmund: 5 / 2 / +3 Plätze

= 3. SpVgg Greuther Fürth: 17 / 15 / +3 Plätze

6. Bayer Leverkusen: 11 / 9 / +2 Plätze

= 6. TSG Hoffenheim: 6 / 4 / +2 Plätze (ein Spiel mehr in der Wertung)

8. FSV Mainz 05: 9 / 8 / +1 Platz

= 8. VfL Bochum: 15 / 14 / +1 Platz

10. FC Bayern: 1 / 1 / +- 0 Plätze

= 10. RB Leipzig: 3 / 3 / +- 0 Plätze

= 10. FC Augsburg: 18 / 18 / +- 0 Plätze

13. 1.FC Köln: 4 / 6 / -2 Plätze

14. Borussia Mönchengladbach: 2 / 5 / -3 Plätze

= 14. Arminia Bielefeld: 14 / 17 / -3 Plätze

16. VfL Wolfsburg: 7 / 11 / -4 Plätze

17. VfB Stuttgart: 7 / 13 / -6 Plätze

= 17. Eintracht Frankfurt: 10 / 16 / -6 Plätze

(Quellen: Offizielle Bundesliga-Statistik; understat.com)

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
30.10.2021