War 7 Mal die Nr.1

Bundesliga-Torschützenkönig: Wer folgt auf Lewandowski?

Lewandowski hat die Torjägerkanone stolze siebenmal gewonnen. Foto: Getty Images
Lewandowski hat die Torjägerkanone stolze siebenmal gewonnen. Foto: Getty Images

Der Abschied von Robert Lewandowski beim FC Bayern bedarf nur noch einiger Formalia. Binnen weniger Stunden dürfte der Pole seine Unterschrift unter einen Vertrag beim FC Barcelona setzen und so der Bundesliga nach zwölf Jahren den Rücken kehren. 312 Tore sind dem 33-Jährigen in dieser Zeit gelungen, siebenmal reichte es so für den Titel des Torschützenkönigs.

Damit teilt sich Lewandowski den Allzeit-Rekord mit Gerd Müller. Ob er jemals gebrochen wird, sei dahingestellt. Hinter der zwischenzeitlich verstorbenen Bayern- und DFB-Legende und dem Polen klafft jedenfalls eine Lücke: Ulf Kirsten und Karl-Heinz Rummenigge liegen mit je drei Torjägerkanonen auf dem geteilten dritten Platz. Während abzuwarten bleibt, ob der Abschied von Lewandowski für mehr Spannung im Titelrennen der Bundesliga sorgen wird, scheint zumindest das Rennen um die Nachfolge als Torschützenkönig weit offen. fussball.news nennt die womöglich aussichtsreichsten Kandidaten.

Patrik Schick, Bayer Leverkusen

Der Tscheche landete bereits in der Vorsaison auf Rang zwei der Torschützenliste, mit 24 Toren in 27 Einsätzen gelang dem 26-Jährigen der endgültige Durchbruch als Goalgetter in der Bundesliga. Nachdem der Nationalspieler schon bei der EURO im vergangenen Jahr Torschützenkönig wurde, muss er nun wohl als Favorit auf den Titel in der Liga gelten. Bei Bayer04 ist ihm guter Service durch seine Mitspieler garantiert, das Spiel der Werkself ist ideal auf einen Stürmer von den Qualitäten Schicks zugeschnitten.

Sebastien Haller, Borussia Dortmund

Hätte Erling Haaland die Bundesliga nicht im gleichen Sommer verlassen wie Lewandowski, wäre er vermutlich der haushohe Favorit auf die Nachfolge im Rennen um die Torjägerkanone gewesen. Vor seiner Zeit bei Ajax war Ersatz Haller nicht zwingend als Tormaschine bekannt. Für Eintracht Frankfurt waren dem Ivorer in der Bundesliga in 60 Partien 24 Tore gelungen. Als designierter Mittelstürmer des BVB ist eine bessere Ausbeute zu erwarten. Zuletzt bewies der 28-Jährige 21 Saisontoren in der Eredivisie und elf Buden in der Champions League seine Qualitäten vor dem gegnerischen Kasten.

Sadio Mane / Serge Gnabry, FC Bayern

Dem Vernehmen nach wird der FC Bayern darauf verzichten, Lewandowski mit einem hochkarätigen Neuzugang eins-zu-eins zu ersetzen. Sportchef Hasan Salihamidzic hat eher eine interne Lösung angekündigt (fussball.news berichtete). Durchaus vorstellbar wäre dabei, dass Mane und Gnabry als Sturmspitzen zum Einsatz kommen. Beiden gelernten Flügelstürmern wäre mit Sicherheit eine Top-Quote zuzutrauen. Mane traf für Liverpool in den letzten vier Premier-League-Saisons 67 Mal, Gnabry hat im Schatten von Lewandowski bei den Münchnern immer zweistellig geknipst.

Christopher Nkunku / Andre Silva, RB Leipzig

Mit 20 Saisontoren für den in der Bundesliga bisweilen strauchelnden späteren DFB-Pokalsieger hat der Franzose eine fabelhafte Spielzeit hinter sich. Nkunku wurde sogar zum Spieler der Saison gekürt. Es ist kaum davon auszugehen, dass der 24-Jährige in der neuen Runde an Fahrt verliert. Denkbar allerdings, dass er intern größere Konkurrenz bekommt: Andre Silva hat in seiner ersten Saison bei den Sachsen 'nur' elfmal getroffen, traf ein Jahr zuvor für Eintracht Frankfurt aber satte 28 Mal.

Modeste, Terodde und Co.

Schick, Haller und die Duos von Bayern und Leipzig dürften favorisiert in die neue Bundesliga-Saison gehen. Freilich gibt es aber zahlreiche andere Profis, denen durchaus zuzutrauen ist, im Rennen um die Torjägerkanone ein Wörtchen mitzureden. Anthony Modeste vom 1.FC Köln erzielte in der Vorsaison 20 Treffer, wenn er dem Klub erhalten bleibt, ist er ein veritabler Anwärter. Simon Terodde will beim FC Schalke 04 endlich beweisen, dass er kein reiner Zweitliga-Knipser ist. Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart scheint sich in diesem Sommer noch nicht den Traum vom Sprung zu einem Top-Klub erfüllen zu können und dürfte entsprechend motiviert in die Saison gehen. Jordan Siebatcheu soll bei Union Berlin in die Fußstapfen von Taiwo Awoniyi treten und kommt mit der Empfehlung von 22 Treffern in der Schweiz. Lucas Alario und Rafael Borre könnten sich bei Eintracht Frankfurt gegenseitig zu Höchstleistungen anfeuern und von den Vorlagen von Mario Götze und Filip Kostic profitieren. Nicht außer Acht zu lassen sind womöglich auch Marcus Thuram, der bei Borussia Mönchengladbach starke Frühform zeigt, sowie die 'hässlichen Vögel' Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug bei Werder Bremen.

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Lars Pollmann  
17.07.2022