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Bundesländer-Titelranking: Bayern hängt NRW-Klubs ab

Der FC Bayern mit Trainer Hansi Flick hat 2019/20 bereits das Double gewonnen.
Der FC Bayern mit Trainer Hansi Flick hat 2019/20 bereits das Double gewonnen. Foto: Getty Images

Der DFB-Pokal wird seit 1935 in Deutschland ausgetragen, die Deutsche Meisterschaft seit 1903. Seitdem haben sich diverse Mannschaften in den zwei Wettbewerben als Titelträger feiern lassen können. Dass der FC Bayern deutscher Rekordmeister und Rekordpokalsieger ist, dürfte allseits bekannt sein. Doch welches Ergebnis kommt heraus, wenn man die Titelsammlungen nach Teams und deren Bundesländer kategorisiert?

1. Platz: Bayern / 69 Titel

43 Meisterschaften und 26 Pokalsiege - das Bundesland Bayern steht mit seinen Fußballklubs an der Spitze Deutschlands. Rekordklub ist wenig überraschend der FC Bayern. Mit 30 Meisterschaften und 20 Pokalsiegen kann der deutsche Rekordmeister satte 50 Titel vorweisen. Doch auch auf Platz zwei liegt ein Klub aus Bayern: Zweitligist 1. FC Nürnberg. Der Club bringt es auf neun Meisterschaften und vier Pokaltriumphe. Wenngleich der letzte Meistertitel der Franken schon 52 Jahre zurückliegt. Der TSV 1860 München trägt drei Titel (zwei Pokalsiege und eine Meisterschaft) zur bayerischen Bilanz hinzu, die Spielvereinigung Greuther Fürth besitzt drei Meisterschaften - macht zusammen 69 Titel für bayerische Vereine. Der Top-Wert unter den Bundesländern.

2. Platz: Nordrhein-Westfalen / 47 Titel

47 nationale Titel gingen bislang in das Bundesland, aus dem aktuell die meisten Bundesligavereine stammen. Ob Rheinland, Ruhrpott oder Westfalen - in NRW weiß man auch, wie man Titel gewinnt. Innerhalb des Bundeslandes teilen sich den ersten Platz die beiden Revier-Rivalen Borussia Dortmund und Schalke 04. Obwohl die Gelsenkirchener seit 1963/64 (Einführung der Bundesliga) keine Meisterschaft gewinnen konnten, sammelten sie insgesamt schon deren sieben, plus insgesamt fünf Pokalsiege. Auch der BVB kommt auf zwölf nationale Titel bislang (acht Meisterschaften, vier Pokalsiege). Gefolgt werden die beiden Klubs von Borussia Mönchengladbach (fünfmal Meister, dreimal Pokalsieger) und dem 1. FC Köln (drei Meisterschaften, vier Pokalsiege). Fortuna Düsseldorf kann zwei Pokalsiege und eine Meisterschaft vorweisen. Weitere Titelträger stammen aus Essen - Rot-Weiß gewann einmal die Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal, Schwarz-Weiß holte einmal den Cup - sowie Leverkusen und Uerdingen mit je einem Triumph im DFB-Pokal). 

3. Platz: Baden-Württemberg / 14 Titel

Auf Rang Drei im Länder-Vergleich folgt Baden-Württemberg. Mit 14 Titeln insgesamt (neun Meistertitel, fünf Pokalsiege) holt sich das Bundesland im nationalen Vergleich die Bronzemedaille. Der VfB Stuttgart ist dabei Rekordtitelträger in Baden-Württemberg mit fünf deutschen Meisterschaften und drei Pokalsiegen. Der Karlsruher SC folgt mit drei Titel (zwei Pokaltriumphe, einmal deutscher Meister), der Karlsruher FV, der VfR Mannheim und der Freiburger FC besitzen jeweils einen Meistertitel. Der SC Freiburg und die TSG 1899 Hoffenheim, die derzeit in der Bundesliga beiden höchstplatzierten Klubs aus Baden-Württemberg, warten hingegen noch auf einen großen Titel auf nationaler Ebene.

4. Platz:  Bremen / 10 Titel

Mit dem "Stadtstaat" Bremen folgt das kleinste Bundesland auf Rang Vier im nationalen Vergleich. Werder Bremen bringt es mit sechs Pokalsiegen (zuletzt 2009) und vier Meisterschaften (zuletzt 2004) auf insgesamt zehn Titel. Sechs Pokalsiege sind übrigens der zweitbeste Wert hinter Rekordpokalsieger Bayern München (20).

5. Platz: Hamburg / 9 Titel

Das nächste Stadtstaat aus dem Norden folgt auf dem fünften Rang knapp hinter Bremen. In Hamburg konnten bislang sechs Meistertitel und drei Pokalsiege gefeiert werden. Und auch hier gehen alle Titel auf das Konto eines Vereins: dem Hamburger SV. Der letzte nationale Titel liegt allerdings schon 37 Jahre zurück - und so schnell dürfte auch kein großer Titel hinzukommen. Der HSV startet 2020/21 in seine dritte Zweitligasaison in Folge.

6. Platz: Sachsen / 8 Titel

Vereine aus dem Osten Deutschlands haben zwischen 1949 und 1991 im Ligabetrieb der ehemaligen DDR gespielt, diese Titel werden hier nicht eingerechnet. Insgesamt kommt das Bundesland Sachsen dennoch auf beachtliche acht Titel (drei Pokalsiege und fünf Meisterschaften). Der VfB Leipzig und der Dresdner SC teilen sich dabei die acht Titel auf. Der VfB wurde dreimal Meister und einmal Pokalsieger, der Dresdner SC errang zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiege.

7. Platz: Hessen / 7 Titel

Der letzte nationale Titel für eine hessische Fußballmannschaft liegt gar nicht allzu weit zurück. Eintracht Frankfurt feierte 2018 den DFB-Pokalsieg. Auf diesen Titel allerdings musste die Eintracht 30 Jahre warten. Vier weitere Pokalsiege und eine Deutsche Meisterschaft (1959) gehen auf das Konto der Frankfurter. Einzig Erzrivale Kickers Offenbach konnte mit dem Pokalsieg 1970 einen weiteren hessischen Titel beisteuern.

geteilter 8. Platz: Rheinland-Pfalz & Niedersachsen / je 6 Titel

Im hessischen Nachbarland Rheinland-Pfalz wurden bis dato sechs nationale Titel gefeiert. Die Erfolge in Rheinland-Pfalz gehen einzig und allein auf das Konto des heutigen Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer feierten zwei DFB-Pokalsiege und vier Deutsche Meisterschaften, die letzte Meisterschale in der Pfalz gab es 1998, als man sensationell als Aufsteiger die komplette Konkurrenz abhängte. Der Bundesligist FSV Mainz 05 hingegen wartet noch auf den ersten nationalen Titel.

Ebenfalls sechs Titel vereinigt das Bundesland Niedersachsen. So entfallen zwei Meistertitel und ein Pokalsieg auf Hannover 96. Der VfL Wolfsburg folgt mit jeweils einer deutschen Meisterschaft und einem Pokaltriumph. Der heutige Drittligist Eintracht Braunschweig holte zudem 1967 die deutsche Meisterschaft.

10. Platz: Berlin / 5 Titel

Der lange zweigeteilte Stadtstaat Berlin kann fünf nationale Titel vorweisen. Auf den ersten DFB-Pokalsieg wartet man in Deutschlands Hauptstadt bislang aber vergeblich. Fünf deutsche Meisterschaften teilen sich auf Hertha BSC (zweimal), Viktoria Berlin (zweimal) und Union 92 Berlin auf - der Klub wurde 1927 bereits aufgelöst und ist nicht der Vorgänger des heutigen Bundesligisten aus dem Osten Berlins.

11. Platz: Schleswig-Holstein / 1 Titel

Die letzte deutsche Meisterschaft aus dem nördlichsten Bundesland Deutschlands liegt schon 108 Jahre zurück. 1912 wurde der FV Holstein Kiel im Finalspiel in Hamburg gegen den Karlsruher FV zum Deutschen Meister gekürt. Der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte!

Fazit:

Die beiden Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam mehr nationale Titel (116) als der Rest Deutschlands (66) geholt. Das liegt natürlich auch an der Dominanz des FC Bayern München, dessen Titel alleine schon ausreichen würden, um das Ranking anzuführen. Drei Titel (zwei Pokalsiege, eine Meisterschaft) gehen übrigens auch in das heutige Österreich. Rapid Wien konnte je eine Meisterschaft und ein Pokalsieg feiern, Vienna Wien einen Pokalsieg. Die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern sind bislang ohne Titel in den höchsten deutschen Wettbewerben - und auch ohne derzeitigen Bundesligisten. 

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Benjamin Heinrich  
20.08.2020