Ex-Bundesliga-Profi

Bucks Absturzbericht: "Karriereende, Scheidung und das finanzielle Desaster"

Buck lief 268 Mal in der 1. Bundesliga auf, war vor allem für seine Schnelligkeit bekannt.
Buck lief 268 Mal in der 1. Bundesliga auf, war vor allem für seine Schnelligkeit bekannt. Foto: Imago Images

Andreas Buck spielte neben dem SC Freiburg und VfB Stuttgart für Kaiserslautern und Mainz. Nach seiner Zeit in der Bundesliga erlebte der 52-Jährige einen privaten Absturz.

In der Bundesliga feierte Andreas Buck mit dem VfB Stuttgart (1992) und dem 1. FC Kaiserslautern (1998) die deutsche Meisterschaft, zudem wurde er mit dem VfB DFB-Pokal-Sieger (1997). Nach dem Karriereende Ende 2003 ging es für den früheren Mittelfeldspieler bergab. Im Interview mit der Bild sprach der Ex-Profi über die Zeit nach der Profikarriere.

"Speziell für junge Menschen ist es schwer, mit so etwas umzugehen"

Etwa zehn Millionen Mark, so schrieb Buck es in seinem Buch, hat er während seiner Karriere verdient. "Wenn Du jeden Monat 100.000 Euro bekommst, dann gehst du auch schon mal für 10.000 Euro einkaufen. Denn du weißt ja, dass im nächsten Monat wieder 100.000 Euro reinkommen", brachte der ehemalige Bundesliga-Spieler als Beispiel für das schnell Schwinden des Geldes und befand: "Speziell für junge Menschen ist es schwer, mit so etwas umzugehen. Egal ob Fußballer oder Popstar."

"Du bist voll in diesem Fußball-Kosmos gefangen"

Während seiner Spielerlaufbahn hatte er sich wenig mit dem Geld und der Zukunft auseinandergesetzt: "Darauf kommt es in dieser Situation nicht an. Du bist voll in diesem Fußball-Kosmos gefangen. Der Fußball bestimmt dein Gehirn. Da gibt es wenig Freiraum für andere Dinge."

So kam es, dass Buck von einem Vertrauten, mit dem er eine GmbH gründete, hintergangen wurde. "Da ich zu dem Zeitpunkt aber noch Fußballer war, musste ich jemandem vertrauen, der das Ganze in Gang bringt. Also habe ich ihn als Geschäftsführer eingesetzt", berichtete der heute 52-Jährige und erinnerte sich: "Die Firma lief zweieinhalb, drei Jahre, ohne dass ich irgendwelche Unterlagen zu Gesicht bekommen hatte."

"Wäre es böse gelaufen, wären 1,2 Millionen weg gewesen"

Doch das Geld war weg. "Wir waren weit im Dispo. Im sechsstelligen Bereich. Zusammen etwa 600.000 Mark Minus. Und das war nur das eine Konto", so der zweifache Meister, der "unterm Strich 500.000 Euro Verlust" verzeichnete: "Wenn es richtig böse gelaufen wäre, ich mich nicht auf den Hintern gesetzt und das Ganze bearbeitet hätte, wären locker 1,2 Millionen Euro weg gewesen. Netto. 2003 kam vieles zusammen: Karriereende, Scheidung und das finanzielle Desaster. Die nächsten Jahre waren dann schon hart."

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Adrian Kuehnel  
10.11.2020