Kritik nimmt zu

Bruch mit Team und Fans? So wehrt sich Eintracht-Coach Hütter

Eintracht-Trainer Adi Hütter wehrt sich gegen die Kritik an seiner Person. Foto: Imago

Die Vorwürfe gegen Trainer Adi Hütter haben im Umfeld von Eintracht Frankfurt in den vergangenen Tagen zugenommen. Der Österreicher wehrte sich nun gegen die Kritik an seiner Person und betonte auch, dass es trotz seines bevorstehenden Wechsels zu keinem Bruch zwischen ihm und dem Team gekommen sei.

Der kommunizierte Abgang nach der Saison, eine 0:4-Klatsche beim neuen Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach und ein äußerst unglückliches Interview im Anschluss: Auf Adi Hütter ist als Trainer von Eintracht Frankfurt in der vergangenen Woche einiges eingeprasselt, Kritik und Unmut im Umfeld der Hessen sind groß. Auch die Spieler waren ob der Entscheidung ihres Coaches sichtlich enttäuscht. Kam es in der vergangenen Woche zu einem Bruch zwischen Team und Trainer? Auf Nachfrage von fussball.news wehrte sich der 51-Jährige gegen etwaige Spekulationen: „Ich habe das Gefühl trotz allem nicht, weil wir starke Charaktere in unserer Mannschaft haben. Auf der anderen Seite könnte ich jetzt hergehen und sagen: Ja, die Enttäuschung ist da, weil ich den Verein verlasse, die Mannschaft auch irgendwo, weil ich möglicherweise eine neue Herausforderung gesucht habe. Es wäre aber doch viel schlimmer, wenn die Mannschaft sagt: Gott sei Dank ist er weg, am liebsten besser heute als morgen.“ Das wiederum zeige laut dem Österreicher eindeutig, „dass ich sehr, sehr gute Beziehungen zu den Jungs aufgebaut habe.“

"Habe versucht, alle glücklich zu machen"

Die Bekanntgabe seines Wechsels könnte dieses Verhältnis nicht einfach so torpedieren: „In der Mannschaft sind viele Spieler dabei, mit denen ich schon drei Jahre unterwegs bin, knapp 140 Spiele absolviert habe und durch Europa gereist bin. Da habe ich versucht unsere Fans, alle Beteiligten hier, zufriedenzustellen und glücklich zu machen. Die Reaktion hat mir gezeigt, dass ich wahrscheinlich auch sehr, sehr vieles richtig gemacht habe.“ Gegen die Vaus Kritik an seinem ZDF-Interview, in dem er sich samt Freudschem Versprecher über seinen neuen Arbeitgeber äußerte („Ein schönes tolles Stadion, gleichschön wie das Frankfurter. Farben und Verein verändern sich“) wehrte sich der Vorarlberger, der im Sommer aufgrund einer Ausstiegsklausel (7,5 Millionen Euro) zu Borussia Mönchengladbach wechseln wird: „Wenn die Fans extrem enttäuscht sind, dann tut es mir in der Form vielleicht leid. Ich habe meine ganze Leidenschaft, meine ganze Emotion, meine ganze Liebe zu dieser Arbeit, diesem Verein, diesen Menschen gegeben. Wenn Sie jemanden suchen, der schuld ist, dann muss ich das auf mich nehmen. Eine gewisse Enttäuschung verstehe ich auch, aber dann wissen die Leute nicht, was ich für diesen Verein die letzten drei Jahre getan habe.“

"Dürfen nicht vergessen, was wir über Monate leisten"

Hütter warnte vielmehr davor, dass in den nächsten Wochen jedes seiner Worte auf die Goldwaage gelegt wird: „Auf alles, was ich sage, wird jetzt reagiert. Es ist gefährlich, dass man auf alles, was gesagt wird, etwas reininterpretiert. Da müssen wir aufpassen, wenn man nach dem Spiel, wo man enttäuscht ist, das eine oder andere vielleicht missinterpretiert.“ Sein Statement der vergangenen Woche wiederholte er: „Ich habe mich mit Gladbach überhaupt nicht beschäftigt.“ Sein Fokus ist und bleibe bis zum letzten Tag Eintracht Frankfurt und sein Appell an das Umfeld lautete: „Wir dürfen nicht vergessen, was wir über Monate leisten. Das wegen einem Spiel so dann hinunterzuspülen, finde ich nicht ganz okay. Damit tun wir der Mannschaft nichts Gutes. Wir haben einmal fürchterlich gespielt, vielleicht ist in der Woche auch viel zu viel passiert. Jetzt zeigen sich Charakter und Mentalität der Mannschaft.“ Mit einem Sieg gegen den FC Augsburg am Dienstag (20:30 Uhr) würden Team und Trainer guttun, das Umfeld zu beruhigen und die Zweifel an der Fokussierung zu beseitigen. Die Wahrheit wird auf dem Platz liegen.

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Benjamin Heinrich  
19.04.2021