Tabellenführer mit Zürich

Breitenreiter: "Durch Schalke-Zeit schlechtes Image entstanden"

Breitenreiter war nur ein Jahr auf Schalke. Foto: Getty Images
Breitenreiter war nur ein Jahr auf Schalke. Foto: Getty Images

Die Schweizer Super League findet in Deutschland keine große Aufmerksamkeit. So geht hierzulande auch unter, dass mit dem FC Zürich ein großer Traditionsklub auf den ersten Meistertitel seit 2009 hofft. Trainer im Letzigrund ist Andre Breitenreiter.

Der 48-Jährige galt nach seiner Zeit beim SC Paderborn (2013 bis '15) als große Trainerhoffnung in Deutschland, heuerte beim FC Schalke 04 an. Nach einer Saison war Schluss, sie prägt den Übungsleiter bis heute. "Wenn einige meinen Namen hören, dann sagen sie: Der Breitenreiter war doch Trainer auf Schalke. Aber sie wissen dann nicht, dass wir Fünfter wurden, den besten Saisonstart seit 45 Jahren hinlegten, dass Schalke circa 90 Millionen Euro Transfer-Einnahmen hatte, dass Spieler wie Leroy Sane, Max Meyer, Alessandro Schöpf oder Roman Neustädter für ihre Länder Nationalspieler wurden", zählt Breitenreiter gegenüber Sport Bild auf.

Ruf als Gescheiterter

Tatsächlich liest sich seine Bilanz bei den Königsblauen im Wissen des weiteren Verlaufs der Geschichte deutlich besser, als es 2016 der Fall gewesen sein mag. Dennoch hat Breitenreiter seither einen gewissermaßen zweifelhaften Ruf als Gescheiterter. "Durch die Schalke-Zeit ist vielleicht ein schlechtes Image entstanden, warum auch immer", sagt er gegenüber dem Magazin. Dabei sei es der Klub selbst gewesen, der in seiner einzigen Saison bei den Knappen den Realitätssinn verlor und mit kühnen Meisterträumen für eine schlechtere Wahrnehmung eigentlich guter Leistungen gesorgt habe.

"Für meinen weiteren Karriereweg sehr geprägt"

"Am Ende des Tages ging es im Verein um Eitelkeiten und um Politik, die im Hintergrund gemacht wurde", ordnet Breitenreiter seinen Abschied ein. Der neue Manager Christian Heidel habe letztlich einen eigenen Trainer installieren wollen, obwohl in langen Gesprächen zuvor der Eindruck entstanden sei, dass Breitenreiter weiter auf Schalke arbeiten würde. "Diese Erfahrungen haben mich für meinen weiteren Karriereweg sehr geprägt", erklärt der Trainer des aktuellen Tabellenführers der Schweiz im Rückblick auf ein bewegtes Jahr auf Schalke.

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Lars Pollmann  
24.11.2021