Twitter-Debatte

"Box" und "Steil-Klatsch": Wenn Kommentatoren besser schweigen

Bundesliga-Kommentatoren gehen vielen Fans bisweilen auf den Keks. Foto: Getty Images
Bundesliga-Kommentatoren gehen vielen Fans bisweilen auf den Keks. Foto: Getty Images

Die Bundesliga meldet sich am Freitagabend aus der Länderspielpause zurück. An den nächsten drei Tagen werden viele Fußballfans wieder kaum vom Sofa aufstehen, während der Fernseher läuft. Bisweilen werden sie aber vielleicht den Ton abstellen, oder sich über die Kommentatoren aufregen.

Wer Fußballspiele parallel zur TV-Übertragung in den sozialen Medien, und vor allem bei Twitter, verfolgt, weiß, dass Über-den-Kommentar-Meckern in der Rangfolge der Volksportarten in Deutschland nicht weit hinter dem Spiel mit 22 Kickern und einer runden Kugel zurücksteht. Neben dem Vorwurf der Parteilichkeit (natürlich ausgerechnet gegen die eigene Mannschaft) oder vermeintlich falschen inhaltlichen Bewertungen ärgern sich TV-Zuschauer oftmals auch über die spezielle Kommentatoren-Sprache, die hierzulande gepflegt wird.

 

"Steil-Klatsch"

Der Twitter-User @Christavo_Fring hat am Donnerstagabend eine entsprechende Diskussion angezettelt. "Welche Begrifflichkeiten aus dem Fußball-Kosmos könnt ihr nicht mehr hören oder findet ihr schrecklich?", fragt der Fan von Eintracht Frankfurt. Er selbst bietet frei nach Sandro Wagner, Co-Kommentator beim Streamingdienst DAZN, der in dieser Saison zahlreiche Bundesliga- und Champions-League-Spiele überträgt, "Steil-Klatsch" an. So bezeichnen Trainer Spielzüge, bei denen für gewöhnlich ein Angreifer mit dem Rücken zum Tor angespielt wird, der sofort für einen nachrückenden Mitspieler ablegt.

"Box" und "Chip"

Bei dutzenden Antworten auf die Frage von @Christavo_Fring zeigt sich, das beispielsweise der unbeholfene Gebrauch englischer Wörter im deutschen Kommentar unbeliebt ist. Wenn etwa der Strafraum andauernd zur "Box" wird, sind viele Fernsehzuschauer offenbar schnell genervt. Ebenso wollen viele bei einem Lupfer nicht von einem "Chip-Ball" oder "gechippten Ball" hören. Aber auch ursprünglich deutsche Taktiktheorie hat vermutlich wenigstens genauso viele Hasser wie Liebhaber. "Restverteidigung" mag noch halbwegs verständlich sein, bei der "diametral abkippenden Sechs" hört der Spaß vor den Bildschirmen aber wohl vielerorts auf. Solange es keine Stadionton-Option gibt, hilft womöglich nur das Hilfsmittel der Stummschalte-Taste, die natürlich auch als "Mute-Button" firmieren kann.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
15.10.2021