BVB-Transfers

Sancho-Nachfolge und mehr: Was Dortmund mit den Millionen anstellen könnte

Sancho verkaufen, Haaland entlasten? Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images
Sancho verkaufen, Haaland entlasten? Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images

Borussia Dortmund dürfte am Sonntag gegen 19:00 Uhr bei Jadon Sancho einen Schritt weiter sein. Manchester United beendet da seine Premier-League-Saison auswärts bei Leicester City. Ein Punkt reicht dem Rekordmeister für die Teilnahme an der Champions League. Dass der Angreifer den BVB dann zwingend verlässt, wäre zuviel gesagt.

Wohl aber wird ein Deal im Bereich von womöglich 120 Millionen Euro Ablöse wesentlich wahrscheinlicher, wenn die Red Devils die Einnahmen aus der Königsklasse verbuchen können. So manches britisches Medium will sogar wissen, dass Sancho ManUnited schon versprochen hat, bei einem Finish unter den Top-Vier der Tabelle dorthin zu wechseln. Der BVB weiß, dass er Sancho spätestens 2021 verlieren dürfte. Jede Saison mit dem Ausnahmetalent ist ein Geschenk, wobei gerade in Corona-Zeiten ein Transfer in dieser Größenordnung auch gut tut. Allerdings müsste Dortmund eine Nachfolgeregelung finden. Kaum anzunehmen, dass die Schwarzgelben ihr gesamtes neues Transferbudget in einen Spieler investieren würden. Zumal gar nicht klar ist, welcher Anteil der Ablösesumme seitens der Verantwortlichen für eine Reinvestition freigegeben würde. Neben einem neuen Offensivspieler könnte auf drei Positionen dennoch ein weiterer Neuzugang guttun.

Sturm

Michael Zorc hat in seiner unnachahmlichen Art gerade erst gegenüber dem kicker vermeintlich ausgeschlossen, dass der BVB einen Backup für Erling Haaland verpflichtet. Dabei hält sich der Sportdirektor aber gewohnt im Bereich des Unkonkreten. Die Lesart, 'Dortmund holt keinen zweiten Stürmer' geht eigentlich zu weit. Vielmehr ist es lediglich wenig wahrscheinlich. Dies würde sich mitunter durch die Einnahmen bei Sancho ändern. Sie wissen beim BVB: Mit 20 Jahren können sie Haaland nicht zumuten, alle vier bis fünf Tage alleine die Last im Angriff zu tragen. Genau das blüht aber durch die Terminhatz mit internationalem Wettbewerb und Nationalmannschaft. Insofern käme eine Verpflichtung trotz der Aussage von Zorc nicht überraschend, wenn Geld übrig sein sollte.

Innenverteidigung

Der BVB hat mit Leonardo Balerdi gerade einen Innenverteidiger abgegeben, der in rund eineinhalb Jahren nur einmal auf dieser Position einen Anpfiff erlebt hat. Einen Ersatz braucht man also nicht zwingend. Dennoch könnte der Vizemeister einen neuen Innenverteidiger ins Auge fassen. Manuel Akanji muss schließlich noch beweisen, dass er dauerhaft auf hohem Niveau verbleiben kann, dann stünde aber womöglich auch schon ein Abschied ins Haus. Mats Hummels und Dan-Axel Zagadou waren in der Vorsaison stärker als der Schweizer, sie sind aber beide zumindest in der Viererkette auf der linken Innenverteidiger-Position festgelegt. Rechts gibt es nur Akanji, dahinter würden Lukasz Piszczek und Emre Can als Notnagel zur Verfügung stehen. Ob Dortmund einen jungen Verteidiger findet, der bessere Perspektiven als Balerdi hat, ist natürlich fraglich. Bedarf könnte aber durchaus bestehen, gerade mittelfristig.

Linksverteidigung

Mit Nico Schulz hat der BVB im Jahr 2019 mit Anlauf einen Fehlgriff gelandet. Die 25 Millionen Euro, die wohl an die TSG Hoffenheim geflossen sind, haben sich nicht im Ansatz rentiert. Beim Nationalspieler steht ein Abschied im Raum, allerdings dürften die Interessenten nicht Schlange stehen. Gerade wenn, wie rund um den Verein des Öfteren gemunkelt wird, Dortmund zur Viererkette zurückkehrt, bleibt Schulz aber eher eine Fehlbesetzung. Auch Raphael Guerreiro fühlt sich in anderen Systemen wohler. Der Portugiese bleibt natürlich die 1A-Besetzung hinten links, ganz gleich, welche Formation Lucien Favre wählt. Dahinter würde sich aber eine Verpflichtung anbieten, gerade wenn Schulz den Verein verlassen sollte. Marcel Schmelzer hatte schon mehr Wert in der Kabine als auf dem Platz, ehe er sich mit einer Knie-Operation bis ins Jahr 2021 abmeldete. Fällt Guerreiro aus, hat Dortmund ein eklatantes Problem. Einen Teil der Sancho-Millionen in diese Position zu investieren, würde planerische Weitsicht beweisen.

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Lars Pollmann  
23.07.2020