Tabellenführer HSV stapelt tief

Boldt: "Anspruch, dass ich hier keinen Trümmerhaufen zurücklasse"

Boldt ist bald eineinhalb Jahre beim HSV. Foto: Focke Strangmann/Pool via Getty Images
Boldt ist bald eineinhalb Jahre beim HSV. Foto: Focke Strangmann/Pool via Getty Images

Der Hamburger SV hat als einziger Zweitligist seine beiden Auftaktspiele in die neue Saison gewonnen. Die Fans der Rothosen wissen aus den Vorjahren aber, dass der Aufstieg deshalb nicht vorprogrammiert ist. Jonas Boldt fördert den Realismus beim HSV.

"Wir sind das dritte Jahr in der zweiten Liga. Da müssen wir kleinere Brötchen backen", so der Sportchef gegenüber der FAZ. Deswegen wolle der Klub allerdings nicht ohne große Ambitionen an die Sache herangehen. "Das will ich auch hier verkörpern", sagt Boldt. Dabei hält er aber das große Ganze im Blick. Den Wiederaufstieg mit der Brechstange und großem wirtschaftlichen Risiko zu erzwingen, dafür steht er nicht bereit. "Mein Anspruch an mich ist, dass ich hier keinen Trümmerhaufen zurücklasse, wenn ich mal nicht mehr hier bin", so Boldt.

"Hatte mal wieder gebrannt"

Es sei die Pflicht aller handelnden Personen beim HSV, "den Verein so aufzustellen, dass er auch im Falle des Misserfolgs nicht den Bach runtergeht". Diese Gefahr habe in der Vergangenheit durchaus bestanden. Aktuell bewegen sich die Rothosen trotz der Coronakrise in recht sicheren Fahrwassern. Das ist beim HSV aber selten ein Dauerzustand, wie Boldt weiß. "Die Tatsache, dass ich hier anfangen durfte, hatte ja auch den Hintergrund, dass es beim HSV mal wieder gebrannt hatte", erinnert er seinen Weg an Elbe und Alster. Der Sportvorstand war 2019 nach dem verpassten Aufstieg als Nachfolger von Ralf Becker bestellt worden.

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Lars Pollmann  
02.10.2020