SGE-Boss kritisiert

Bobic: "Viele Profis spielen eine Gehaltsklasse zu hoch!"

Frankfurts Sportvorstand mit düsterer Miene: Der Profifußball könnte sich durch die Krise verändern. Foto: Imago

Fredi Bobic, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, findet zu den zuletzt immer horrenderen Profigehältern deutliche Worte. Außerdem glaubt er daran, dass auch große Klubs bald der Coronakrise zum Opfer fallen könnten.

Auch in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt gibt es gut bezahlte Profis. Torhüter Kevin Trapp zum Beispiel oder der zuletzt fest verpflichtete Stürmer André Silva. Beide dürften sich im Bereich von vier Millionen Euro Jahressalär bewegen. Dennoch kritisiert Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic im Interview mit t-online das explodierende Gehaltsgefüge im Profifußball: "Viele Profis spielen eine Gehaltsklasse zu hoch für ihre fußballerische Qualität." Das sei das Resultat daraus, dass der "Kuchen" in den vergangenen Jahren immer größer geworden sei. Die Gehälterexplosion habe nicht nur die Bundesliga, sondern auch die beiden Ligen darunter in Deutschland zu spüren bekommen.

Bobic fordert Gehaltsobergrenze

Doch gerade jetzt kommen die hohen Gehälter wie ein Boomerang zurück. Die Coronakrise sorgt für leere Kassen, die hohen Gehälter sind für viele Klubs kaum noch stemmbar: "Es wird künftig mehr arbeitslose Profis geben", prophezeit Bobic. Auch deshalb fordert er eine Gehaltsobergrenze: "Ich würde mir wünschen, dass es da eine Reglementierung gibt. Es würde vieles vereinfachen." Aktuell stehe die Gesetzgebung und der internationale Vergleich mit den Topligen noch im Weg. Der Glaube daran ist beim Ex-Stuttgarter deshalb auch nicht allzu groß. Bis dahin lautet das Motto für viele Vereine aber ohnehin Existenzkampf. Auch deshalb sagt Bobic: "Klubs mit großen Namen könnten insolvent gehen." Denn klar ist: Die Krise wird Opfer fordern. Auch im Profifußball.

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Benjamin Heinrich  
12.09.2020