Wer kommt? Wer geht?

Bobic über Kaderplanung der SGE: "Aktuell arbeite ich an ungefähr acht Personalien!"

Erstmal Ärmel hochkrempeln: Fredi Bobic hat bei der Kaderplanung der Eintracht derzeit einiges zu tun. Foto: Imago

Mit der festen Verpflichtung von Stürmer André Silva ist Fredi Bobic bei Eintracht Frankfurt ein großer Coup auf dem Transfermarkt gelungen. Doch Frankfurts Sportvorstand Arbeit weiter fleißig an Personalien.

Der aktuelle Transfermarkt ist aufgrund der Coronakrise ein sehr spezieller. "Es ist anstrengender als sonst. Es gibt gefühlt mehr Tauschgeschäfte, weil das Geld bei den Ablösen nicht mehr so locker sitzt", sagte Eintrachts Sportvorstand Fredi Bobic im Interview mit t-online. Er fühle sich so ein bisschen an seine Schulzeit erinnert, "als wir Panini-Bilder tauschten." An "ungefähr acht Personalien" hat der große Mann bei Eintracht Frankfurt zum Zeitpunkt des Interviews gearbeitet. Anfang, Mitte September wohl ein absolutes Novum.

Rebic könnte der nächste Haken sein

Zwei der angedeuteten Personalien dürften die Offensivspieler Ante Rebic und André Silva sein. Letzterer wurde Tage nach dem Gespräch von der Eintracht fest verpflichtet. Den ersten Haken konnte Bobic also setzen. Der nächste könnte dann der unter dem fixen Abgang von Rebic sein. Zwar kein klassisches Tauschgeschäft, weil bei beiden Transfers eine Ablöse fließen wird, dennoch dürfte klar sein, dass die Deals in enger Verbindung zueinander stehen. Ein reines Tauschgeschäft wäre allein schon aufgrund der Beteiligung Dritter (Der AC Florenz hält 50 Prozent der Transferrechte an Rebic) so nicht möglich gewesen.

Falette&Co: Eintracht sucht weiter Abnehmer

Bleiben weitere sechs Personalien, die die Verantwortlichen derzeit abarbeiten. Auf der Seite der Abgänge dürften ziemlich sicher Innenverteidiger Simon Falette und Mittelfeldmann Marijan Cavar stehen. Beide haben ebenso wenig eine Perspektive bei den Hessen wie Schlussmann Felix Wiedwald. Das Interesse der Eintracht an Rechtsaußen Ajdin Hrustic (FC Groningen) hatte der Spieler selbst zuletzt bestätigt. Die Vertragsverhandlungen mit Offensivakteur Daichi Kamada dürften ohnehin zu den von Bobic genannten Anstrengungen gehören. Bliebe noch Jetro Willems, der in der vergangenen Saison an Newcastle United ausgeliehen war und nun an den Main zurückgekehrt ist. Der würde eigentlich gerne wieder nach England zurückkehren, auch da ist der Ausgang ungewiss. 

Alle Positionen doppelt besetzt

Im Umkehrschluss würde das das bedeuten, was Trainer Adi Hütter zuletzt immer wieder betont hat: Der Kader der Frankfurter ist quasi auf allen Positionen doppelt besetzt, dringender Handlungsbedarf steht außer der rechten Offensivposition nirgends. Sollte Hrustic kommen, ebenso ein interner oder externer Ersatz für Wiedwald, hätte der Kader ohne Jugendspieler eine Größe von 25 Mann. Laut dem österreichischen Coach die optimale Gruppengröße. Erst wenn ein Leistungsträger die Eintracht verlässt oder einer der Stürmer (Dost oder Paciencia), dürften die Verantwortlichen nochmal unter Zugzwang geraten.

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Benjamin Heinrich  
12.09.2020