Europa League-Aus

Bobic lobt trotz Niederlage: "Jeder hat Herz auf dem Platz gelassen"

Die Eintracht schied gegen Basel verdient aus.
Die Eintracht schied gegen Basel verdient aus. Foto: Getty Images

Die Europapokalreise von Eintracht Frankfurt endet nach zwei ereignisreichen Jahren nach einem 0:1 beim FC Basel. Sportvorstand Fredi Bobic nahm eine realistische Einordnung nach dem Aus im Europa-League-Achtelfinale vor. Für Trainer Adi Hütter und die Mannschaft lautet die Devise nun: Durchatmen nach 105 (!) Pflichtspielen in 24 Monaten!

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Es lief die 88. Spielminute, als Fabian Frei durch die Hintermannschaft von Eintracht Frankfurt spazierte und dem bärenstarken Kevin Trapp keine Chance mehr ließ. Zusammenaddiert stand es somit verdientermaßen 4:0 für den FC Basel, das Aus für die Hessen im Europa League-Achtelfinale war endgültig besiegelt. "Wir wollten noch etwas reißen und haben an uns geglaubt. Aber du brauchst das perfekte Spiel, das nötige Quäntchen Glück und einen Dosenöffner", resümierte Fredi Bobic bei RTL.

Trapp verhindert früheren Rückstand

Dies alles habe die Eintracht gegen die konterstärkste Mannschaft der Europa League nicht gehabt: "Dann wird es schwer. Aber jeder hat sein Herz auf dem Platz gelassen." Die Frankfurter starteten mit einem 0:3-Rückstand im Gepäck zwar mutig, doch die spielstarken Baseler setzten immer wieder Nadelstichen. Nach Ballverlusten ging es rasant nach vorne und Trapp verhinderte viermal mit tollen Paraden einen früheren Rückstand.

Basel präsentiert sich in guter Verfassung

Und hinten? Die Schweizer kassierten im gesamten Wettbewerb in zehn Partien erst vier Gegentore! Das Team verteidigt sehr kompakt, auch die Angriffsreihe attackiert geschickt und lässt einen geordneten Spielaufbau kaum zu. Den Hessen hingegen merkte man den vierwöchigen Urlaub und die nur acht Tage andauernde Vorbereitung an. Es fehlte an Präzision, Konzentration, Entschlossenheit im letzten Drittel und Kraft in den entscheidenden Situationen.

Schlüsselspieler kommen nicht an ihr Maximum

Zudem kamen die Stützen nicht an ihr Leistungsmaximum! Filip Kostic, Andre Silva oder Sebastian Rode, absolute Schlüsselspieler der Frankfurter, konnten dem Spiel den Stempel nicht aufdrücken, der für ein solches Wunder nötig gewesen wäre. Dennoch muss die Bewertung jetzt sauber ausfallen.

105 Pflichtspiele in 24 Monaten

Die Partie gegen Basel war nicht das erste Spiel der neuen, sondern die letzte Partie dieser kuriosen Spielzeit 2019/20. Adi Hütters Amtszeit bei der Eintracht startete am 12. August mit einem 0:5 im deutschen Supercup-Finale gegen den FC Bayern München. Seitdem kamen innerhalb von ziemlich genau zwei Jahren 104 (!) Partien, im Schnitt also etwas mehr als 4 Begegnungen pro Monat, hinzu.

Marathonmannschaft Eintracht Frankfurt

Dass dieser Kraftakt auch Punkte kostet, ist für ein Team wie die Eintracht normal. Zum Vergleich: Der FC Bayern München mit seinem Topkader steht gegen den FC Chelsea vor Pflichspiel Nummer 97 in diesem Zeitraum. Unter Hütter wurden in der Bundesliga mit 99 von 204 möglichen Zählern Rang sieben und neun geholt, einmal das DFB-Pokal- und Europa-League-Halbfinale erreicht, zudem war jetzt im Achtelfinale Schluss. Die einzige Enttäuschung war das erklärbare Erstrunden-Aus im nationalen Pokal in Ulm (1:2) im August 2018. Bobic möchte freilich, dass die Eintracht-Maschinerie auch in Zukunft erfolgreich weiterläuft: "Wir wollen wieder eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bringen."

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Christopher Michel  
07.08.2020