Immer wieder Zoff mit dem Bayern-Boss

Bierhoff: "Vermieden, jedes Wort von Hoeneß auf die Goldwaage zu legen"

Bierhoff hat aktuell keinen Stress mit den Bayern. Foto: Andreas Schlichter/Getty Images for DFB
Bierhoff hat aktuell keinen Stress mit den Bayern. Foto: Andreas Schlichter/Getty Images for DFB

Die Nationalmannschaft kommt in diesen Tagen zum ersten Mal seit mehr als einem Dreivierteljahr zusammen. Dabei fehlen dem DFB-Team einige Spieler, die mit dem FC Bayern das Triple geholt haben. Die Gespräche liefen harmonischer, als es Oliver Bierhoff im Umgang mit dem Rekordmeister gewohnt ist.

Die vergangenen Jahre haben immer wieder Reibereien mit sich gebracht. Vor allem der zwischenzeitlich aus dem aktiven Tagesgeschäft ausgeschiedene langjährige Bayern-Boss Uli Hoeneß gerierte sich regelrecht als Intimfeind des DFB-Direktors. "Hoeneß ist gerne mal ein bisschen provokanter unterwegs. Diese Impulsivität hat es ja auch ausgemacht mit ihm, und wir haben es vermieden, jedes seiner Worte auf die Goldwaage zu legen", gibt sich Bierhoff gegenüber dem Schweizer Boulevardblatt Blick milde.

"Prellbock für Jogi und die Mannschaft"

Bisweilen polterte Hoeneß aus München, der FC Bayern werde keine Nationalspieler mehr abstellen. Etwa, als er im Torhüterstreit um Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen mangelnde Unterstützung für den Stammkeeper des Rekordmeisters witterte. "Es gab immer wieder mal Diskussionen, wenn Bayern versucht hat, Druck zu machen, und wir dagegenhalten mussten", sagt Bierhoff. Dass er es dabei häufiger abbekam als etwa Bundestrainer Joachim Löw, gehört für den früheren Kapitän der DFB-Auswahl dazu. "Ich sehe meine Aufgabe auch darin, mitunter als Prellbock für Jogi und die Mannschaft dazustehen."

"Aktuell ist es mit den Bayern sehr entspannt"

Grundsätzlich sieht Bierhoff die Ziele des FC Bayern und des DFB-Teams nicht gegenläufig, sondern in die gleiche Richtung gehen, wenngleich sich hin und wieder Konflikte nicht vermeiden ließen. "Aktuell ist es mit den Bayern sehr entspannt, sicher auch, weil Hansi Flick als ehemaliger Assistent einen guten und korrekten Draht zu Jogi hat", erklärt der DFB-Direktor. "Dennoch halte ich für möglich, dass es im Herbst mit den vielen Spielen wieder Diskussionen gibt." Allerdings haben sich die Beteiligten darauf verständigt, etwaige Probleme im Gespräch zu klären. In Zeiten von Hoeneß wurden diese Dinge hingegen eher über das mediale Bandenspiel geregelt.

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Lars Pollmann  
30.08.2020