Hertha-Präsident

Bernstein: "... so gesehen bin ich immer noch Ultra"

Herthas Mitglieder wählten einen der Ihren zum Präsidenten. Foto: Getty Images
Herthas Mitglieder wählten einen der Ihren zum Präsidenten. Foto: Getty Images

Die Wahl von Kay Bernstein zum neuen Präsidenten von Hertha BSC hat dem Hauptstadtklub internationale Schlagzeilen eingebracht. Immer wieder ist davon zu lesen, dass ein 'Ex-Ultra' nun das höchste Amt bei einem Bundesliga-Klub innehat. Während die einen von Gefahren fantasieren, ist es für die anderen ein Zeichen, dass sich die Kurve ihren Fußball zurückholt. Der 41-Jährige selbst sieht seinen Wahlerfolg weniger schwarzweiß.

"Aus der aktiven Fanszene kamen vielleicht 400 von den 1670 Stimmen, die ich erhalten habe", erklärt der Unternehmer aus der Eventbranche gegenüber der Süddeutschen Zeitung. "Jetzt möchte ich als jemand, der in der Stadt sehr gut vernetzt ist, auch diejenigen mit Inhalten und gemeinsamem Wirken überzeugen, die mich nicht gewählt haben." Niemand wird Bernstein dabei die Leidenschaft für Hertha BSC absprechen. Sie ist das große Motiv seiner ersten Wochen im Amt als Präsident des Bundesligisten.

"Sich bedingungslos für den Verein aufzuopfern"

Dass der Bezeichnung 'Ex-Ultra' dabei einige negative Konnotationen anhaften, kann Bernstein ertragen. Für ihn ist der Begriff 'Ultra' grundsätzlich aber positiv besetzt. "Für mich bedeutet es: soziales Engagement, Geradlinigkeit, Beharrlichkeit, Loyalität. Auch schwere Wege gehen. Sich bedingungslos für den Verein aufzuopfern. 24/7. Die bedingungslose Aufopferung für den Verein lebe ich weiter. So gesehen bin ich immer noch Ultra", betont Bernstein. Deshalb wolle er sich auch bald ganz der Arbeit als Präsident von Hertha BSC verschreiben. "Sobald meine Tochter die Eingewöhnung in der Kita abgeschlossen hat, ziehe ich mich aus dem operativen Geschäft meiner Firma zurück", kündigt der gebürtige Sachse an.

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Lars Pollmann  
05.08.2022