Über zehn Jahre Stammkraft

Benzema: Der beständigste Top-Stürmer Europas?

Benzema spielte eine herausragende Runde für Real. Foto: GABRIEL BOUYS/AFP via Getty Images
Benzema spielte eine herausragende Runde für Real. Foto: GABRIEL BOUYS/AFP via Getty Images

Real Madrid hat den FC Barcelona in der kürzlich abgelaufenen LaLiga-Saison entthront. Zu den ganz wesentlichen Faktoren gehörte Karim Benzema, der die vielleicht stärkste Spielzeit seiner Karriere hinlegte. Der Franzose spulte dabei auch die zweitmeisten Minuten aller Real-Profis ab.

Überhaupt ist der 32-Jährige ein absolutes Muster an Beständigkeit. Seit seiner Ankunft von Olympique Lyon ist der Ex-Nationalspieler bei den Königlichen weitgehend unumstrittener Stammspieler. Inzwischen sind es schon über zehn Jahre, die Benzema als Sturmführer verbringt. Damit stellt er nicht nur nach Ansicht der spanischen Sportzeitung Marca einen absoluten Sonderfall in Europa dar. Das Hausblatt von Real widmet dem Angreifer die aktuelle Titelseite. Und zählt auf, was die nationale wie internationale Konkurrenz im Sturm so alles ausgegeben hat, während Benzema bei Real läuft und läuft und läuft wie einst die VW-Käfer vom Fließband.

Barca und Atletico griffen tief in die Tasche

Heute schwer vorstellbar ist zum Beispiel, das zeitgleich mit dessen Ankunft bei Real Zlatan Ibrahimovic im Tausch für Samuel Eto'o und viel Geld von Inter Mailand zu Barca kam. Nach nur einem Jahr ging der Schwede zur AC Mailand, dafür kam David Villa, es folgte 2014 Luis Suarez. Insgesamt zahlte Barca so um die 180 Millionen Euro. Atletico Madrid wuchs derweil erst wieder zum großen Rivalen der beiden Top-Klubs heran, als Benzema in die spanische Hauptstadt kam. Mit Radamel Falcao (40 Millionen), Mario Mandzukic (22), Jackson Martinez (37), Kevin Gameiro (30), Diego Costa (66), Nikola Kalinic (14,5) und Alvaro Morata (56) hat der Lokalrivale von Real in dieser Zeit immer wieder neue Mittelstürmer verpflichtet. 

Lewandowski erst fünf Jahre später zum FC Bayern

Benzema lässt sich womöglich in seiner Ausnahmestellung bei Real am ehesten mit Robert Lewandowski beim FC Bayern vergleichen. Als der Franzose jedoch in Madrid loslegte, war gerade Mario Gomez als Stürmer Nr.1 zum Rekordmeisters gewechselt. Erst 2014 folgte der Pole von Borussia Dortmund. Nach dessen Top-Saison beim FC Bayern wurden Stimmen laut, er verdiene den Titel des Weltfußballers des Jahres. Benzema wirkt im Vergleich deutlich unterschätzt. Seine Beständigkeit auf höchstem Niveau sucht jedenfalls wohl wirklich seinesgleichen unter den Top-Stürmern Europas.

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Lars Pollmann  
02.08.2020