Favre lässt sein Lieblingssystem üben

Bei Viererkette: Akanji der große Gewinner?

Akanji könnte von der Viererkette profitieren. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
Akanji könnte von der Viererkette profitieren. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

In der Saisonvorbereitung von Borussia Dortmund deutet sich eine Rückkehr zur Viererkette an. Obwohl der BVB in der vergangenen Spielzeit mit drei Innenverteidigern deutlich stabiler stand, lässt Lucien Favre derzeit ausschließlich in seinem präferierten System üben und spielen. Der größte Nutznießer heißt dabei wohl Manuel Akanji.

Der Landsmann des Cheftrainers ist aus der Stammformation schwer wegzudenken, weil er sich auf der rechten Innenverteidiger-Position am wohlsten fühlt. Dafür kommt Mats Hummels wohl kaum in Frage, obwohl er wie Akanji Rechtsfuß ist. Der Weltmeister von 2014 hat in seiner Karriere beinahe ausschließlich links gespielt. 2015 gab der damalige Cheftrainer Thomas Tuchel das Projekt der Umstellung auf die rechte Seite noch vor dem Saisonstart wieder auf. Seinerzeit ließ Hummels öffentlich wissen, dass ihm die Seite nicht so wichtig sei, dennoch scheint eine Versetzung im frühen Herbst seiner Laufbahn wenig zielführend.

Hauptkonkurrenten sind ungelernt

Höchstwahrscheinlich muss sich Akanji daher gegen Lukasz Piszczek und Emre Can durchsetzen, die in der Vorbereitung noch so manche Probleme in der Umgewöhnung auf die Rolle als Innenverteidiger einer Viererkette offenbaren. Der polnische Rechtsverteidiger und der DFB-Internationale aus dem Mittelfeld sind irgendwo zwischen 'Notlösung' und 'guter Option' zu verbuchen, als Stammkraft anstelle von Akanji sind sie schwer vorstellbar. Der eidgenössische Nationalspieler hätte in der Dreierkette ihre Konkurrenz eher fürchten müssen. Gemessen an den Eindrücken der Vorsaison wären die beiden anderen Plätze an Hummels und Dan-Axel Zagadou vergeben gewesen.

Letzte Konstanz noch nachzuweisen 

Der junge Franzose plagt sich freilich dieser Tage mit durchaus mysteriösen Knieproblemen herum, sodass Akanji für den Augenblick auch ohne die Rolle Rückwärts in der Systemfrage bei den Innenverteidigern in der ersten Reihe stehen würde. Allerdings wäre er als Seiten-Springer gefragt gewesen. In seinen Leistungen ist Akanji aber auch mit 25 Jahren und nach 81 Pflichtspielen für den BVB noch nicht so stabil, als dass er den ständigen Positionswechsel locker wegstecken würde. Bleibt es in Dortmund bei der Favre-schen Viererkette, muss sein Anspruch sein, sich als absoluter Leistungsträger zu etablieren.

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Lars Pollmann  
27.08.2020