Abwägungsprozess

Bei Dost-Abgang benötigt Eintracht Ersatz

Bas Dost konnte bei Eintracht nicht überzeugen.
Bas Dost konnte bei Eintracht nicht überzeugen. Foto: Dominik Claus/fussball.news

Ein Abgang von Bas Dost zum FC Brügge oder einem anderen Klub kann als durchaus realistisches Szenario bezeichnet werden. Eintracht Frankfurt könnte das Geld gut gebrauchen - und somit die Schwachstellen im Kader beheben.

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die von Top-Berater Gunther Neuhaus gegründete Agentur think forward wollte sich auf Nachfrage von fussball.news zu den Gerüchten rund um einen Abgang von Bas Dost nicht äußern. Ob sein Mandant Eintracht Frankfurt in Richtung FC Brügge verlassen oder zu einem anderen Klub gehen werde? "Kein Kommentar", lautete die knappe Antwort.

Dost konnte Haller-Lücke nicht schließen

Trennen sich somit nach nur einem Jahr schon wieder die Wege? Fakt ist: Dost sollte die Eintracht sofort verstärken und die Lücke, die der Abgang von Sebastien Haller gerissen hat, schließen. Das Ergebnis: Zehn Pflichtspieltore, zwei Vorlagen - und viele verletzungsbedingte Fehltage. Der 31-Jährige kam nie richtig in Fahrt, konnte seinen großen Worten selten Taten folgen lassen.

Vertrauen der Verantwortlichen ist gesunken

Möglicherweise ist das Vertrauen der Verantwortlichen gesunken, auch wenn sich Dost derzeit so fit wie lange nicht mehr fühlt. Er verweist stets darauf, liefern zu müssen. Mit seiner sympathischen Art kommt der Niederländer im Team durchaus gut an, er ist auch anerkannt bei den Kollegen. Und doch waren die Verantwortlichen neben dem Feld nicht immer zufrieden, nach fussball.news-Informationen hätten die körperlichen Defizite nach seinem Wechsel im September vergangenen Jahres deutlich schneller aufgeholt werden können. Die Erwartungen waren groß, Dost kam als Top-Verdiener von Sporting Lissabon und kostete eine Ablöse in Höhe von sieben Millionen Euro.

Hütter lobte zuletzt den Trainingseinsatz

Klar ist: Auch in Frankfurt hat sich der Angreifer damit finanziell in die obere Riege eingeordnet. Dafür waren die Leistungen zu dürftig, was er auch erfrischend ehrlich einräumte. Zuletzt nahm sich Trainer Adi Hütter nach einer vormittäglichen Einheit einige Minuten Zeit und sprach besonnen zu dem auf dem Rasen sitzenden Stürmer. "Bas trainiert sehr, sehr gut. Er bringt sich gut ein", sagte der Coach auf Nachfrage von fussball.news.

Testspielleistungen waren schwach

Doch in den Testspielen konnte Dost wieder nicht liefern, er blieb torlos und erarbeitete sich gegen Monaco (1:1), Eindhoven (2:1) oder Amsterdam (1:2) kaum Chancen. Pressing und Tempo stehen bei Hütter auf der Agenda - zwei Eigenschaften, die sich mit dem Stil des Routiniers eher beißen. Da Brügge einen Angreifer sucht und als Champions League-Klub Ressourcen zur Verfügung hat, könnte sich die Eintracht bei einem guten Angebot gesprächsbereit zeigen. Dieses sollte bei mindestens fünf Millionen Euro liegen, 15 Prozent fließen noch an den Ex-Klub nach Lissabon.

Ersatz ist nötig bei Abgang

Für die Frankfurter könnten sich so neue Möglichkeiten auf dem Transfermarkt ergeben. Tempo, Dribbelstärke und weitere Torgefahr für die Offensive wäre zwingend nötig. Den Angreifern Dost, Goncalo Paciencia und Andre Silva geht vor allem dieses Speed ab, der pfeilschnelle Ragner Ache braucht noch Zeit. "Ob wir nachlegen müssen, ist abhängig von Abgängen. Aber für den Fall sind wir vorbereitet", betonte Sportdirektor Bruno Hübner. Möglicherweise werden die Hessen dies schon zeitnah unter Beweis stellen müssen. Somit könnte ein Abgang von Dost tatsächlich den Weg zu weiteren Neuzugängen, die den Kader - wie Hütter forderte - qualitativ und nicht quantitativ verstärken.

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Christopher Michel  
02.09.2020