Nach erfolgreichem Start

Baumgart, van Bommel, Svensson: Deshalb begeistern diese 3 Trainer die Bundesliga

Mark van Bommel führt den VfL Wolfsburg an die Tabellenspitze.
Mark van Bommel führt den VfL Wolfsburg an die Tabellenspitze. Foto: Imago

Die Plätze eins, vier und sieben belegen der VfL Wolfsburg, FSV Mainz 05 und 1. FC Köln. Die Trainer Mark van Bommel, Bo Svensson und Steffen Baumgart lassen trotz diverser Widerstände aufhorchen. 

Bei so vielen Wechselmöglichkeiten kann man auch mal den Überblick verlieren. Der Start von Mark van Bommel beim VfL Wolfsburg ging völlig in die Hose, in der ersten DFB-Pokal-Runde tauschte der Niederländer insgesamt sechsmal aus – und verlor trotz 3:1-Sieges am grünen Tisch die Partie bei Preußen Münster. Nach holpriger Vorbereitung mit fünf Testspielpleiten und der Blamage in Münster galt der Ex-Profi in der Branche bereits als Abschusskandidat Nummer eins.

Van Bommel feiert Vereinsrekord beim VfL

Wenige Wochen später hat sich der Wind gedreht. Vier Bundesliga-Startsiege sind Vereinsrekord. Vorne genügen mit sechs Toren vergleichswenig wenig Treffer, weil die Defensive herausragend steht und Torhüter Koen Casteels erst einmal hinter sich greifen musste. Van Bommel erklärte im Interview bei Sport1: “Beim VfL sind alle Voraussetzungen gegeben, um gute Leistungen zu bringen. Ich fühle mich sehr wohl und es hat sich das bestätigt, was ich mir vorher erträumt habe.” Bislang jedenfalls liefert er ab - auch zur Freude von Sportchef Jörg Schmadtke, der via Bild-Zeitung seinen neuen Coach lobte: „Er will seine Ideen in die Mannschaft reinbringen, das finde ich gut. Er ist immer mittendrin und versucht, ein Teil des Teams zu werden. Er ist sehr kommunikativ, das wird helfen.“

Spannende Entwicklung in Mainz

Die wohl spannendste Entwicklung der Bundesliga gibt es beim FSV Mainz 05 zu beobachten. Bo Svensson hat den Klub im Januar mit nur sechs Punkten auf dem Konto am Boden liegend übernommen. Saisonübergreifend hat der Klub in 25 Partien insgesamt 45 Punkte gesammelt – in der Vorsaison würde dies aktuell Rang vier bedeuten. Vorstandschef Christian Heidel hatte trotz Svenssons toller Arbeit keine Angst vor einem Abgang im vergangenen Sommer, wie er bei Sport1 versicherte: “Ich sage deshalb, dass da hätte kommen können wer will. Bo ist zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Das weiß er, deshalb hatte ich keine Sorgen.”

Svensson mit Champions-League-Bilanz

Der Coach hat bereits einige Hürden gemeistert. Zunächst hat er den eigentlich schon sicheren Abstieg abgewendet, anschließend gelang der Saisonstart mit neun Punkten aus vier Spielen trotz der Coronathematik, als zeitweise elf (!) Profis ausfielen. Der Weg von Svensson und den 05ern führt unaufhaltsam weiter nach oben. Nicht umsonst belegt der Klub derzeit einen Champions-League-Platz.

Kaum Kader-Veränderungen in Köln

Der 1. FC Köln hat sich in der vergangenen Saison erst durch den Erfolg in der Relegation gegen Holstein Kiel (0:1/5:1) gerettet. Mit Sebastiaan Bornauw und Ismail Jakobs verlor das Team zwei Leistungsträger, mit Ausnahme von Mark Uth kamen eher unbekannte Namen ins Rheinland. Doch der neue Coach Steffen Baumgart hat sofort für einen Umschwung gesorgt, beim 3:1-Sieg gegen Hertha BSC gab es bereits laute Sprechchöre für den Kult-Trainer.

Baumgart und Modeste werden bejubelt

Die bislang größte Leistung war die Reaktivierung der Stärke von Anthony Modeste. Der Franzose erzielte bereits drei Saisontore, der Mallorca-Song “Modeste, Modeste, Anthony Modeste” wurde bereits feucht-fröhlich angestimmt. "Wenn der Trainer auf dich steht, ist es einfacher für einen Stürmer. Das hat er gut gemacht", dankte Modeste bei Sky bereits Baumgart für die Aufbauarbeit. Der Weg in Richtung sorgenfreie Spielzeit ist zwar noch ein weiter, doch mit sieben Punkten auf dem Konto ist der Effzeh, der auch am zweiten Spieltag bei der knappen 2:3-Niederlage in München überraschte, auf einem sehr guten Weg.

Van Bommel, Baumgart, Svennson - ein Trio mischt die Liga auf und begeistert fernab der Topklubs Borussia Dortmund und FC Bayern München die Anhängerschaft.

Florian Bolker  
14.09.2021