Duell mit Ex-Klub

Deutscher Meister Union? Baumgart: "Das sind Hirngespinste"

Steffen Baumgart rechnet nicht mit einer Meisterschaft von Union Berlin. Foto: Getty Images.
Steffen Baumgart rechnet nicht mit einer Meisterschaft von Union Berlin. Foto: Getty Images.

Als Spieler war Steffen Baumgart zwei Jahre lang für Union Berlin aktiv. Am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) kehrt der heutige Trainer mit dem 1. FC Köln an die Alte Försterei zurück und will Zählbares mitnehmen. Unabhängig vom Ausgang der Partie rechnet Baumgart indes nicht mit einer Berliner Meisterschaft.

Von 2002 bis 2004 stand Steffen Baumgart bei Union Berlin unter Vertrag und erzielte in 68 Pflichtspielen 22 Tore. Bis heute ist der 51-Jährige mit den Köpenickern verbunden, weshalb ein Auswärtssieg an der Alten Försterei eine besondere Errungenschaft wäre. "Gerade in dem Stadion wäre das etwas Besonderes. Ich freue mich auf die Atmosphäre", wird Baumgart nach der Pressekonferenz des 1. FC Köln am Donnerstag vom Express zitiert. "Aber", mahnte der Cheftrainer der Geißböcke: "Weniger reden, mehr machen. Das Machen ist leider das Schwierige."

Zwischen Angriffslust und konzentrierter Abwehrarbeit

Schwer ist diese Aufgabe, weil die Eisernen die Alte Försterei zu einer Festung verwandelt haben. Nur zwei der letzten 27 Bundesliga-Heimspiele wurden verloren, letztmals gelang es Borussia Dortmund am 13. Februar vergangenen Jahres, Union im eigenen Stadion zu knacken. Baumgart bleibt sich und seiner Linie dennoch treu, das Motto lautet, seinem Ex-Klub die erste Heimpleite im Jahr 2023 zuzufügen: "Nur, weil Union ein Jahr lang nicht verloren hat, heißt das nicht, dass sie nicht verlieren können." Dafür müsse seine Mannschaft allerdings "sehr gut verteidigen", denn "wenn man in Rückstand gerät, ist es schwer zurückzukommen".

Lob für Fischer: "Hält seine Mannschaft absolut stabil"

Seit dem Aufstieg im Jahr 2019 hat sich Union sukzessive gesteigert und darf sich mittlerweile zu den Top-Sechs-Mannschaften der Bundesliga zählen. Ein Erfolgsgarant sei Trainer Urs Fischer, sagte Baumgart: "Er hält seine Mannschaft absolut stabil.  Er kriegt es immer wieder hin, dass die Jungs am Limit sind. Das zeichnet ihn aus, über einen langen Zeitraum." Bis zur 0:3-Niederlage gegen den FC Bayern am vergangenen Sonntag waren die Köpenicker punktgleich mit dem Rekordmeister und dem BVB an der Tabellenspitze, doch mit einer Überraschungsmeisterschaft rechnet Baumgart nicht: "Sie werden alles tun, um wieder international zu spielen. Alles andere sind Hirngespinste." Die Klubverantwortlichen dürften eine ähnliche Herangehensweise wählen - auch wenn nach oben keine Grenzen gesetzt sind.

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Florian Bajus  
02.03.2023