"Wenn das Transferfenster um 19 Uhr oder 20 Uhr geschlossen hätte"

Baumann wäre von Rashica-Wechsel ausgegangen

Milot Rashica hat von Werder Bremen erst mal frei bekommen. Foto: Imago Images

In die Personalie Milot Rashica kam am Deadline Day zur späten Stunde noch richtig Bewegung rein. Der Starspieler von Werder Bremen wurde plötzlich von Bayer Leverkusen umworben. Die für einen Transfer nötigen Unterlagen konnten allerdings nicht rechtzeitig bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) eingereicht werden. Bei ein wenig mehr Zeit, so Werder-Sportchef Frank Baumann, wäre der Deal realisiert worden.

Eine oder zwei Stunden hatten letzten Endes gefehlt, ansonsten wäre der Transfer von Milot Rashica zu Bayer Leverkusen über die Bühne gegangen. "Die Einigung vorher hatte zu lange gedauert", schildert Frank Baumann beim Weser-Kurier die Vorkommnisse am Montagabend. Der Sportchef von Werder Bremen ist sich sicher: "Wenn das Transferfenster um 19 Uhr oder 20 Uhr geschlossen hätte, wäre der Wechsel sicher über die Bühne gegangen."

Werder war bereit zum Verkauf

Spekulationen, die davon handelten, dass etwa Werder bei den Verhandlungen Schludrigkeiten unterlaufen wären, dementiert Baumann vehement. Man habe sich sehr darum bemüht, sowohl mit RB Leipzig als auch mit Leverkusen eine Einigung zu finden – am Ende habe schlicht die Zeit nicht ausgereicht. "Wir wollten Milot den Wechsel zu einem international spielenden Klub und damit den nächsten Schritt in seiner Karriere gerne ermöglichen und wir wollten auch gerne das Geld einnehmen", so Baumann.

"Es mussten mehrere Runden gedreht werden"

In den Verhandlungen ging es aus Sicht der Bremer aber auch um Risikominimierung. Leverkusen soll nicht bereit gewesen sein, Rashica zu kaufen. Der Werksklub bot stattdessen eine Leihe mit einer Gebühr von ein bis zwei Millionen Euro – ohne Sicherheit auf einen späteren Kauf. Baumann spricht von "sehr komplexen" Verhandlungen, die mit den Leverkusenern geführt worden sind: "Es mussten mehrere Runden gedreht werden."

Der Leverkusener Versuch – Rashica bekommt frei

Die sportlichen Entscheider unter dem Bayerkreuz sollen beispielsweise offeriert haben, den Rashica-Kauf an das Erreichen der Champions League zu koppeln. Um 17.30 Uhr sollen sich die involvierten Parteien doch noch einig geworden sein. Die Einreichung der nötigen Unterlagen wurde in Angriff genommen, waren aber nicht vollumfänglich realisierbar. Der Wechsel platzte. Trainer Florian Kohfeldt soll inzwischen am Telefon versucht haben, Rashica ob des gescheiterten Transfers aufzubauen. Wie Werder am Dienstag bekanntgab, hat der Flügelstürmer für diese Woche frei bekommen.

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Andre Oechsner  
06.10.2020