Barca zum Jugendkurs gezwungen

Bartomeu: Neymar schwer vorstellbar, "Stillstand" bei Lautaro

Eine Rückkehr von Neymar ist aktuell nicht darstellbar. Foto: FRANCK FIFE/AFP via Getty Images
Eine Rückkehr von Neymar ist aktuell nicht darstellbar. Foto: FRANCK FIFE/AFP via Getty Images

Die Corona-Pandemie kam für FC Barcelona zur absoluten Unzeit. Der Klub könnte eine Frischzellenkur gebrauchen, die er im letzten Jahr teilweise schon angeschoben hat. Top-Transfers sind aktuell aber kaum möglich. Weder beim lange Zeit avisierten Lautaro Martinez, noch bei Wunschtraum Neymar.

Den Namen des Brasilianers nimmt Präsident Josep Bartomeu trotz konkreter Frage der Sportzeitung Mundo Deportivo nicht in den Mund. Stattdessen sagt er allgemein: "Wenn sie nicht in Form eines Tauschs kommen, ist es schwer vorstellbar, dass Spieler zu uns kommen." Bei Neymar war ein Deal auch vor der Pandemie kaum darstellbar, selbst wenn der Superstar nicht die 222 Millionen Euro gekostet hätte, die Paris Saint-Germain 2017 an Barca überwiesen hatte. Exakt die Hälfte betrug die Ausstiegsklausel von Lautaro Martinez bei Inter Mailand, sie lief diesen Monat ab. 

Pjanic der einzige große Name

"Wir haben mit Inter gesprochen", bestätigt Bartomeu. "Aber das Thema ist jetzt an einem Stillstand angekommen." Laut Medienberichten will Barca den Argentinier nun womöglich erst 2021 kaufen, dann läuft auch der Vertrag von Luis Suarez aus und es besteht gegebenenfalls Bedarf im Angriff. Für den aktuellen Transfer-Sommer sind größere Deals vom entthronten LaLiga-Champion wohl nicht zu erwarten. Miralem Pjanic, der im Tausch für Arthur Melo von Juventus Turin kommt, bleibt der namhafteste Neuzugang. Die Katalanen sind somit zu einem gewissen Jugendkurs gezwungen.

Drei Zukunftsversprechen

Bartomeu versucht sich daran, dies im positiven Lichte darzustellen. "Im Januar hat Barca eine Reihe von Zukunftswetten getätigt und seither haben die Leute schon gesehen, welche Qualität sie haben." Gemeint sind der 17-jährige Pedri von UD Las Palmas, Trincao vom SC Braga und Matheus Fernandes von Palmeiras. Gerade vom Portugiesen Trincao versprechen sie sich bei Barcelona viel. "Er war kaum bekannt und jetzt ist er schon der beste U21-Spieler in Europa", wagt sich Bartomeu aus dem Fenster. Der Flügelspieler kostet wohl 30 Millionen Euro. Geld, das Barca nach Corona eher nicht hätte ausgeben können.

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Lars Pollmann  
26.07.2020