U19-Revierderby am Sonntag

Bambini bis Profi im selben Klub? Schober: "Heute ganz selten"

Auch im Nachwuchsbereich sind die Revierderbys heiß umkämpft. Foto: Lukas Schulze/Getty Images
Auch im Nachwuchsbereich sind die Revierderbys heiß umkämpft. Foto: Lukas Schulze/Getty Images

Der FC Schalke 04 hat am Sonntag Borussia Dortmund zum Spitzenspiel der Bundesliga zugast. Leider, für die leidgeprüften Fans der Königsblauen, nur in der U19-Bundesliga, Staffel West. Wie viele Stars von morgen dabei auf dem Platz stehen, darüber kann auch Matthias Schober nur spekulieren.

"Im bezahlten Fußball werden sicherlich mehrere Spieler auftauchen, aber in der Bundesliga werden sich nur wenige dauerhaft durchsetzen", so der Sportliche Leiter der Schalker Nachwuchsakademie Knappenschmiede gegenüber der WAZ. Ein bis zwei Talente der beiden Teams, mutmaßt der frühere Bundesliga-Torhüter, könnten gemäß der Statistik dereinst im Spitzenbereich anzutreffen sein. Ob das auf Schalke oder beim BVB der Fall sein wird, oder ganz woanders, kann Schober nicht sagen.

"Das ist das Geschäft"

Eine absolute Ausnahme geworden seien in jedem Fall Karrieren von Talenten, die im jüngsten Fußballer-Alter zu einem Klub kommen und im selben Verein die Profikarriere schaffen. "Heute gibt es ganz selten Spieler, die von der U8 oder U9 bei einem Verein bis nach ganz oben durchgehen", sagt Schober. Es sei eine grundsätzliche Entwicklung des Marktes, bei der sich auch der FC Schalke 04 beteilige. "Die Spieler sind nicht mehr so auf einen Verein fokussiert, und die Klubs versuchen, die besten Talente zu sich zu holen. Wir machen das ja genauso, das ist das Geschäft", gibt der 44-Jährige zu.

"Hofft, dass einer der Jungs durchgeht"

Die meisten Spieler, die in den Nachwuchsleistungszentren landen, schaffen nicht beim gleichen Verein den Durchbruch in den Senioren-Fußball. "Man hofft, dass einer der Jungs durchgeht bis in die Bundesliga. Dann hat man sportlich und wirtschaftlich alles richtig gemacht", so Schober. Die Knappenschmiede von Schalke hat viele große Namen hervorgebracht, etwa Manuel Neuer oder Mesut Özil. Auch im aktuellen Kader stehen viele Eigengewächse. Den letzten Schritt aber müssen sie noch gehen. Und dafür vielleicht doch noch den Verein wechseln.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
15.10.2020