"Kampagneninhalte müssen auch gelebt werden"

Kampf gegen Rassismus: Balogun fordert mehr Unterstützung von FIFA und UEFA

In den Augen von Leon Balogun unternehmen FIFA und UEFA zu wenig im Kampf gegen Rassismus. Foto: Imago
In den Augen von Leon Balogun unternehmen FIFA und UEFA zu wenig im Kampf gegen Rassismus. Foto: Imago

Im Europa-League-Spiel zwischen den Glasgow Rangers und Slavia Prag kam es zu einem Rassismus-Eklat. Leon Balogun, der in der Bundesliga unter anderem für Werder Bremen und Mainz 05 gespielt hat, fordert für betroffene Spieler mehr Unterstützung von der FIFA und UEFA.

Das Rückspiel im Achtelfinale der Europa League zwischen den Glasgow Rangers und Slavia Prag (0:2) wurde von einem rassistischen Vorfall überschattet. Slavia-Innenverteidiger Ondrej Kudela soll Mittelfeldspieler Glen Kamara von den Rangers eine Beleidigung ins Ohr geflüstert haben. "Das sind Sachen, da wirst du einfach nur wütend", sagte Leon Balogun im Interview mit dem kicker. Der tschechische Spitzenklub stritt ab, dass es zu einer rassistischen Beleidigung gekommen sein soll. Balogun, der zu diesem Zeitpunkt wegen einer Gelb-Roten-Karte in der Kabine saß, ist sich aber sicher: "Das war berechnend. Der (Ondrej Kudela, Anm. d. Red.) wusste zu hundert Prozent, was er da macht."

Balogun prangert FIFA und UEFA an

Obwohl sich einige Profis im Nachhinein gegen Rassismus ausgesprochen haben, ist Balogun nicht von einem strukturellen Wandel überzeugt. Dafür würden sich FIFA und UEFA nicht ausreichend engagieren: "Mich interessieren diese elenden Kampagnen nicht mehr. Das ist alles schön und gut, aber die Kampagneninhalte müssen auch authentisch gelebt werden und dürfen nicht nur leere Worte bleiben", sagte Balogun unter anderem mit Bezug auf die "No Racism"-Kampagne der UEFA. Ihm beschleiche "das Gefühl, dass "People of Colour" genutzt werden, um die vermeintlich weltoffenen und inklusiven Werte der Marken FIFA und UEFA zu promoten. Aber wenn genau diese Spieler angefeindet werden, wird viel zu oft nur betreten geschwiegen", sagte Balogun.

Balogun: "Es wird viel zu viel geschwiegen"

Unabhängig von den Verbänden wolle er sich in Zukunft weiterhin gegen Rassismus einsetzen: "Ich für meinen Teil werde nicht aufhören, laut auf diese Dinge aufmerksam zu machen. Es wird viel zu viel geschwiegen", sagte Balogun, der zwischen 2009 und 2018 insgesamt 75 Spiele für Hannover 96, Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf und Mainz 05 in der Bundesliga absolviert hat.

Florian Bajus  
27.03.2021

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