Ex-Profi über das DFB-Dilemma

Baier: "Viele Spieler in der Nationalmannschaft, die da momentan nicht hingehören"

Nico Schulz steht sinnbildlich für ein DFB-Dilemma. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images
Nico Schulz steht sinnbildlich für ein DFB-Dilemma. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Die deutsche Nationalmannschaft hat am Samstagabend in der Ukraine den ersten Sieg in der UEFA Nations League eingefahren. Die Leistung beim 2:1 ließ Kritiker am DFB-Team jedoch kaum verstummen. Zuletzt äußerte sich die vor allem gegenüber der zweiten Riege von Joachim Löw, die bei Tests eher durchfiel. Daniel Baier stimmt in den Chor ein.

"Ich verstehe als Fan die Aussage etwa von Lothar Matthäus und mir geht es auch so, dass viele Spieler in der Nationalmannschaft sind, die da momentan vielleicht nicht hingehören", so der Ex-Profi im Sport1-'Doppelpass'. Der Rekordnationalspieler hatte zuletzt das sinkende Interesse an der Nationalmannschaft gegenüber der Bild-Zeitung unter anderem damit erklärt, dass "viele Spieler wie Nico Schulz auflaufen, die in ihren Vereinen auf der Bank sitzen". Baier stößt nun in ein ähnlich klingendes Horn.

"Nichts in der Nationalmannschaft verloren"

"Ich bin so groß geworden, dass die in der Nationalmannschaft spielen, die in der Bundesliga die beste Leistung bringen", so der langjährige Regisseur des FC Augsburg. Naturgemäß könne ein Spieler, der in der Bundesliga nur Bankdrücker ist, nicht zu den Leistungsträgern für Deutschland gehören. "Dann hat er zu dieser Zeit nichts in der Nationalmannschaft verloren", wird Baier deutlich. 

Auch Verständnis für Löw

Allerdings äußert der 36-Jährige auch Verständnis für Experimente von Bundestrainer Löw in Testspielen. Bei der Partie gegen die Türkei etwa sei "alternativlos" gewesen, auf die viel beanspruchten Profis des FC Bayern und von RB Leipzig zu verzichten. Dass Löw dann auf Spieler wie Schulz, oder auch den beim FC Chelsea ausgemusterten Antonio Rüdiger, setzt, zeigt wohl nicht zuletzt, dass es dem DFB-Team derzeit an qualitativ hochwertigen Alternativen fehlt.

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Lars Pollmann  
11.10.2020