Fürsprache für Magath

Babbel: "Bei der Hertha ist nie jemand schuld"

Babbel äußert Verständnis für Magath. Foto: Getty Images
Babbel äußert Verständnis für Magath. Foto: Getty Images

Felix Magath hat kurz nach dem Abpfiff der erfolgreichen Relegation gegen den Hamburger SV seinen Abschied von Hertha BSC verkündet. Der 'Feuerwehrmann' hat seine Rettungsmission erfüllt, in einem Interview mit dem kicker nun kaum ein gutes Haar an der Alten Dame gelassen. Markus Babbel kann wohl nachempfinden, dass der Interimstrainer den Zusammenhalt bei Hertha bemängelt.

Der aktuell vereinslose Coach hat selbst eine Vergangenheit in der Hauptstadt, 2010/11 schaffte er den Aufstieg aus der 2. Bundesliga, wurde nach einem halben Jahr im Oberhaus aber beurlaubt. Die ständige Unruhe begleitete den Klub schon seinerzeit, wie der Ex-Profi gegenüber dem TV-Sender Sky erklärt. "Bei der Hertha ist nie jemand schuld. Es sind immer die anderen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich hoffe, dass es nach der Mitgliederversammlung ruhiger wird. Das braucht der Verein jetzt", so Babbel.

"Die Mannschaft war tot"

Dieser Tage stehen vor allem die Auseinandersetzungen zwischen dem ausscheidenden Präsidenten Werner Gegenbauer und Investor Lars Windhorst im Fokus. "Berlin ist eine Medienstadt. Hältst du da im Verein nicht zusammen, wird es schwer", weiß Babbel. Umso höher sei Magath anzurechnen, dass er den Klassenerhalt bewerkstelligt hat. "Die Mannschaft war tot. Magath hat Ruhe ausgestrahlt, auch wenn die Mannschaft jetzt nicht viel besser gespielt hat. Aber die Jungs haben alles gegeben." Letztlich habe sich Hertha durch eine gute Leistung im Relegationsrückspiel beim HSV den Klassenerhalt auch verdient.

"Hätte Hertha in ein ruhiges Fahrwasser gebracht"

Babbel hätte anschließend gerne gesehen, dass Magath den Klub auch über die Sommerpause hinaus betreut. "Ich bin der festen Überzeugung, dass Magath die Hertha in der nächsten Saison in ein ruhiges Fahrwasser gebracht hätte. Er hätte den ganzen Verein beruhigen können", erklärt der Europameister von 1996. Für den Retter der Alten Dame kam ein Verbleib in Berlin aber kaum in Betracht. "Ich habe fast nirgendwo Unterstützung gespürt", klagte Magath im kicker-Interview.

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Lars Pollmann  
27.05.2022