Transfer-Wahnsinn

Babbel ätzt gegen Real - und lobt Bayern für die zurückhaltende Kaderplanung

Markus Babbel erachtet die Transferstrategie des FC Bayern als sinnhaft. Foto: Imago.
Markus Babbel erachtet die Transferstrategie des FC Bayern als sinnhaft. Foto: Imago.

Trotz der Corona-Krise war Real Madrid dem Vernehmen nach bereit, eine Ablösesumme in Höhe von 200 Millionen Euro für Kylian Mbappe zu zahlen. Davon war der FC Bayern in diesem Sommer weit entfernt. Markus Babbel lobt die Herangehensweise der Münchner auf dem Transfermarkt.

Mit einer Ablösesumme von 80 Millionen Euro ist Lucas Hernandez der teuerste Neuzugang in der Geschichte des FC Bayern. Seit sich im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie auf den Fußball ausgewirkt hat, sind derartige Ablösesummen für den deutschen Rekordmeister aber kaum vorstellbar. Zwar überwiesen die Bayern im Sommer 2020 für Leroy Sane 45 Millionen Euro an Manchester City, darüber hinaus wurde Dayot Upamecano in diesem Jahr für 42,5 Millionen Euro von RB Leipzig verpflichtet. Die ganz großen Transfers werden allerdings vermieden.

Transfer-Wahnsinn in Europa

Anders sieht es bei der europäischen Konkurrenz aus. Für Lionel Messi, Sergio Ramos, Gianluigi Donnarumma und Georginio Wijnaldum zahlte Paris St. Germain zwar keine Ablösesummen, dafür aber vermutlich hohe Handgelder und entsprechende Jahresgehälter. Die Premier League investierte erneut über eine Milliarde Euro auf dem Transfermarkt, während Real Madrid bereit war, einen der teuersten Transfers in der Geschichte zu tätigen. Die Königlichen, die im Zuge der Planungen für die Super League auf finanzielle Schwierigkeiten hingewiesen hatten, sollen nach zwei gescheiterten Angeboten 200 Millionen Euro für Kylian Mbappe auf den Tisch gelegt haben. PSG blieb jedoch standhaft, der Franzose geht Stand jetzt in sein letztes Vertragsjahr. 

Babbel: "Ablösesummen und Gehälter, als gäbe es kein Morgen mehr"

"Das ist ja Wahnsinn, was da abläuft. Du hast die schlimmste Krise aller Zeiten im Fußball und die geben Ablösesummen und Gehälter aus, als gäbe es kein Morgen mehr", wundert sich Markus Babbel im Sport1-Podcast 'Meine Bayern-Woche'. "Wenn ich 200 Millionen Euro Ablöse zahle, wird der nicht fünf Euro verdienen, sondern ein Mörder-Gehalt. Plus das, was die Berater bekommen. Das ganze Paket wäre wahrscheinlich bei 500, 600 Millionen Euro. Da frage ich mich schon: Was ist dann erst, wenn es denen gut geht?", kommentiert der 49-Jährige die Gerüchte um Mbappe.

FC Bayern macht Babbel stolz

Aufgrund dessen sei er "stolz auf den FC Bayern", sagt Babbel, "weil sie nicht den Wahnsinn der Scheichklubs und der Premier League mitmachen. Sie versuchen, einen anderen Weg zu gehen." Neben moderaten Ablösesummen wollen die Verantwortlichen nur noch bei voller Überzeugung einen Transfer bewerkstelligen, lobt Babbel die Münchner Herangehensweise. Die Verpflichtung von Marcel Sabitzer sei ein Paradebeispiel dafür: "Sie haben für sich entschieden, mit Sabitzer einen richtig guten, gestandenen Mittelfeldspieler zu holen. Anscheinend war sonst nichts mehr auf dem Markt, bei dem sie das Gefühl hatten: 'Der bringt uns weiter'. Diese Spieler wollen sie eben versuchen auszumerzen", so Babbel.

Florian Bajus  
10.09.2021