Fürth-Sportdirektor

Azzouzi attackiert Eintracht-Boss: "Ganz weit weg vom Fußball"

Rachid Azzouzi teilte mächtig aus gegen Eintracht-Vorstand Axel Hellmann. Foto: Getty Images

Rachid Azzouzi, Sportdirektor von Greuther Fürth, hat Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt heftig attackiert. Der hatte sich zuvor zur Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga geäußert und die aktuellen Gefahren. 

Im Sport1-Doppelpass wurde Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann zur Gefahr einer "Verzwergung der Bundesliga" befragt, einem möglichen Nachsehen gegenüber anderen Topligen. Seine drei Säulen dabei nannte der 50-jährige Jurist sehr deutlich. Der langweilige Wettbewerb in der Bundesliga, der seit Jahren nur einen Deutschen Meister kennt, das Fehlen von Topstars, aber auch von Traditionsvereinen: "Zugpferde wie Bremen, Schalke und Hamburg, sind schmerzlich, wenn sie nicht in der Bundesliga spielen. Dann muss sich keiner wundern, wenn wir nicht auf dem wirtschaftlichen Niveau unterwegs sind der letzten Jahre." Dennoch sei er weit davon entfernt, Klubs, die jahrelang in der 2. Bundesliga gespielt haben und sich sportlich qualifizieren, "den Respekt abzusprechen, in der Bundesliga mitzuspielen."

"Hellmann fehlt die Leidenschaft komplett" 

Auf diese Aussagen allerdings reagierte Rachid Azzouzi von Greuther Fürth äußerst dünnhäutig. Die Kleeblätter hatten am Vortag mit 0:1 gegen den VfL Bochum verloren, beides Aufsteiger in dieser Saison. Die Fürther holten nur einen Punkt aus acht Ligaspielen und könnten womöglich direkt wieder den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Der gebürtige Marokkaner erklärte: "Dieser Hellmann ist ganz weit weg vom Fußball. Bei wirtschaftlichen Fragen ist er gut. Aber ihm fehlt die Leidenschaft komplett, alles, was den Fußball ausmacht. Der kommt aus dem kaufmännischen Bereich, ich weiß nicht, was er vorher gemacht hat. Der hat nur Zahlen im Kopf." Aussagen, die dahingehend verwundern, weil sich Azzouzi und Hellmann schon lange Jahre von DFL-Sitzungen kennen. Der Fürther Sportdirektor dürfte wissen, dass der Rechtsanwalt bereits seit 2001 bei Eintracht Frankfurt arbeitet, seit 2003 auch in Diensten der Fußball AG. Fußballfremd ist Hellmann absolut nicht, einzig die Profikarriere wie Azzouzi kann er nicht vorweisen. Als langjähriger Geschäftsführer des Vereins kennt er sich zweifelsohne auch mit Zahlen aus.

"Kenne dem seine Ansichten"

Dass Hellmann eine entsprechende Wertschätzung für die Säulen der Bundesliga fordert, für Traditionsvereine, die auch entsprechende Zuschauermagneten darstellen, kommentierte Azzouzi wie folgt: "Ich kenne dem seine Ansichten. Es gibt eine Gruppe in der Bundesliga, die gesagt hat: Wir haben mehr Fans, wir bekommen mehr Fernsehgeld. Wenn Hellmann bei Leipzig wäre, würde er ganz anders sprechen." Ob Hellmann jemals bei Leipzig aufschlagen würde? Eher unwahrscheinlich, hat er, anders als Azzouzi, nie für einen anderen Klub als die Eintracht gearbeitet. Dennoch stellte der ehemalige Nationalspieler klar: "Es ist schon so viel Geld im Spiel, es braucht nicht noch mehr. Es geht nur noch um Marketing und nicht mehr um die Liebe zum Fußball. Wir haben Tradition, obwohl wir den letzten Jahren in der 2. Liga waren. Wenn du es schaffst, zwei, drei Jahre in der Bundesliga zu bleiben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du etablierter wirst. Ich liebe den Fußball, weil man sich was erarbeiten kann." Das letzte Wort in diesem Streit ist womöglich noch nicht gesprochen. 

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Benjamin Heinrich  
17.10.2021