Bayern in Frankfurt

Aytekin klärt auf: 'Geheimer' Videobeweis beim Auftaktspiel

Aytekin gehört zu den beliebteren Schiedsrichtern der Bundesliga. Foto: Getty Images
Aytekin gehört zu den beliebteren Schiedsrichtern der Bundesliga. Foto: Getty Images

Deniz Aytekin hatte am 05. August die Ehre, das Auftaktspiel der Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern zu leiten. Weil das Spiel eine klare Angelegenheit zugunsten der Münchner war, erlebte der Unparteiische einen vergleichsweise entspannten Abend. Dazu trug auch ein Kniff bei, den der beliebte Referee nun verraten hat. 

"Es gab eine Situation kurz nach der Halbzeit, in der gecheckt wurde, ob es Elfmeter gibt. Ich wollte aber nicht, dass es auffällt, weil ich den Spielfluss und die Atmosphäre nicht gefährden wollte", erklärt Aytekin im Podcast kicker meets DAZN. Immerhin stand es bereits zur Pause 5:0 für den Rekordmeister und war die Partie somit entschieden. Die Akzeptanz für eine womöglich langwierige Überprüfung eines möglichen Foulspiels wäre gering gewesen. Aytekin griff sich deshalb nicht ans Ohr, um die Review anzudeuten, sondern tat so, als habe es im Strafraum vor einer Ecke zu viel Trubel gegeben.

"Keine alte Sau hat gecheckt, dass wir etwas überprüfen"

"Ich bin zu den Spielern hin und habe zu Upamecano gesagt, dass er aufhören soll. Er hat mich entgeistert angeguckt und gesagt: 'Ich habe doch nichts gemacht.' Ich habe dann gesagt: 'Ja, ich weiß. Aber ich brauche Zeit'", so der 44-Jährige, für den es das 200. Bundesliga-Spiel war. Die so gewonnene Zeit half, die Überprüfung im Hintergrund ergab keinen Strafstoß. "Diese Zeitspanne hat mir geholfen, dass, auf gut Deutsch, keine alte Sau gecheckt hat, dass wir etwas überprüfen", erklärt Aytekin. Immer kann sich ein Schiedsrichter solcher Tricks natürlich nicht bedienen.

"Es gilt ja: Sicherheit vor Schnelligkeit"

Deshalb kommt es inzwischen an jedem Spieltag zu Szenen, in denen teilweise sehr lange Reviews von Situationen für Ärger sorgen. Aytekin und seinen Kollegen ist aber wohl am wichtigsten, dass schließlich die richtige Entscheidung steht. "Es gilt ja: Sicherheit vor Schnelligkeit." Dabei seien die Unparteiischen in der Bundesliga aber durchaus auch von der schnellen Sorte. "In anderen Nationen ist die durchschnittliche Zeit 15 bis 20 Sekunden länger. Aber was die Zuschauer und Spieler anbelangt, können sich 75 Sekunden anfühlen wie eine Ewigkeit." Außer, der Referee macht es wie Aytekin beim Kantersieg des FC Bayern in Frankfurt.

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Lars Pollmann  
16.08.2022