"Die Wampe von Giesing"

Aussortiert bei 1860: Bei diesen Klubs könnte Mölders landen

Wo gibt Sascha Mölders zukünftig die Richtung vor?
Wo gibt Sascha Mölders zukünftig die Richtung vor? Foto: Imago

Am Montagnachmittag sorgte die Nachricht rund um den TSV 1860 München für ein Beben in der deutschen Fußballwelt. Sascha Mölders werde "bis auf Weiteres" nicht im Kader stehen. War es das für die "Wampe von Giesing"? Andere Klubs könnten genauer hinschauen.

Fünf Tore und vier Vorlagen in 18 Drittligaspielen steuerte Sascha Mölders in dieser Saison beim TSV 1860 München bei, seine Vita ist gepflastert mit Treffern in allen Ligen. 18 Bundesliga-, 25 Zweitliga-, 50 Drittliga- und 68 Regionalligatore sind dem inzwischen 36-Jährigen geglückt. Einige Vereine werden sich die Finger lecken, wenn plötzlich ein Mann mit den Qualitäten von Mölders auf dem Markt sein sollte.

Zurück in die Heimat?

Mölders ist als gebürtiger Essener ein Kind des Ruhrpotts. Nach seiner Jugendstation SW Essen zog es ihn in die zweite Mannschaft des MSV Duisburg, wo er anschließend sein Bundesligadebüt feierte. Der Sprung war allerdings zu groß, weshalb ihn Rot-Weiss Essen in die Regionalliga holte. Für den Traditionsklub erzielte er Treffer um Treffer, nach 18 Monaten war sein Abgang nicht mehr zu verhindern. Aktuell könnte RWE einen Stürmer a la Mölders gut gebrauchen, die Essener kämpfen mit dem Wuppertaler SV und Preußen Münster um den Aufstieg in die 3. Liga.

Abstieg verhindern in Frankfurt?

Die Karriere von Mölders nahm vor allem in der 2. Liga beim FSV Frankfurt Fahrt auf. Mit den Bornheimern schaffte er zweimal den Klassenerhalt, sein Marktwert wuchs in diesem Zeitraum gar auf rund 1,5 Millionen Euro an. Zwar gab es zwischenzeitlich einen Clinch, wobei man sich aber am Ende auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte. Als Bundesligist FC Augsburg dann aber anklopfte, war er nach vielen starken Leistungen nicht mehr zu halten und brachte dem FSV 175.000 Euro Ablöse ein. Aktuell befinden sich die Frankfurter in einer prekären sportlichen Situation, das Abrutschen in die fünftklassige Hessenliga droht. Ein bulliger Stürmer wie Mölders könnte sicherlich schon in der Rückrunde helfen.

Oder Aufstiegsheld in Offenbach werden?

Kickers Offenbach hat sich dagegen trotz Verletzungspechs auf Platz eins der Regionalliga Südwest geschoben. Ein Stürmer, der zweistellig getroffen hat, steht allerdings nicht in den Reihen des OFC. Geschäftsführer Thomas Sobotzik will - darauf deuten verschiedene Interviews bei Bild und hessenschau.de hin - den Kader in der Winterpause verstärken. Mit Mölders ist möglicherweise ein prominenter Name, der in engen Partien den Unterschied machen kann, auf dem Markt.

Retter von Duisburg?

Oder ist Duisburg eine Option? Der MSV erlebt bislang eine furchtbare Saison in Liga drei. 18 Partien mit 16 Punkten bedeuten Abstiegsplatz 18. Warum also nicht bei der Konkurrenz wühlen und einen Topmann für die eigenen Reihen holen? Mölders zeigt regelmäßig, dass er trotz hohen Fußballeralters noch immer weiß, wo das Tor steht. Die Duisburger jedenfalls könnten einen Torjäger von Format durchaus gut gebrauchen.

Ein Engagement bei Bayern II?

Eine eher abwegige Option dürfte der FC Bayern II sein. Im Sommer 2017 klopfte die Bayern Amateure zwar nach dem Zwangsabstieg von 1860 München aus der 2. in die 4. Liga bei Mölders an. Die Diskussionen im Fanlager waren jedoch wild, der Widerstand groß. Letztendlich blieb Mölders bei den Löwen. Ob die "kleinen Bayern", die um den Aufstieg in die 3. Liga kämpfen, jetzt noch einmal einen Anlauf wagen? Schwer vorstellbar, aber im Fußball-Business ist schließlich (fast) alles möglich.

Geht die Trainerkarriere los?

Oder hängt Mölders die Fußballschuhe an den Nagel? Seine Frau Ivonne Mölders, die schon mit 15 Trainerin wurde, verriet vor zwei Jahren in einem Gespräch mit dem Portal "Neue Szene" über ihren Mann: "Fußball ist nun mal unser Leben. Sascha trainiert ja schon seit Jahren immer wieder verschiedene Teams. Und ich bin mir sicher, dass er ein verdammt guter Trainer wird, weil er einfach glaubwürdig ist und die Sprache der Spieler spricht. Ich habe also die berechtigte Hoffnung, eines Tages Bundesligatrainerfrau zu sein."

Florian Bolker  
07.12.2021