Für Reyna im Team?

Ausgerechnet in Leverkusen: Die große Chance für Brandt

Brandt dürfte am Samstag in der Startelf stehen. Foto: Imago
Brandt dürfte am Samstag in der Startelf stehen. Foto: Imago

Als Borussia Dortmund im Sommer 2019 Julian Brandt von Bayer Leverkusen verpflichtete, galt das als großer Transfercoup. Bei 25 Millionen Euro Ablöse war sogar von einem Schnäppchen die Rede. Zwei Jahre später muss der Mittelfeldmann ausgerechnet an alter Wirkungsstätte seine große Chance nutzen.

Der wochenlange Ausfall von Gio Reyna spült den 25-Jährigen beinahe zwangsläufig in die Startformation. "Sonst haben wir nicht so viele Achter", erklärte Cheftrainer Marco Rose am Donnerstag in der Spieltagspressekonferenz beinahe lapidar. "Aber das würde Jule nicht gerecht werden", schob der heute 45-Jährige nach. Es folgte eine kurze Lobrede auf die Darbietungen von Brandt in der Vorbereitung. Tatsächlich schien der 35-fache Nationalspieler ein Gewinner des Sommers werden zu können. Die verpasste EURO hätte ihm zum guten Start in Dortmund verhelfen sollen.

Erst zwei Einwechslungen

Dann aber folgte eine Covid-19-Infektion, die rund um den Klub für Verstimmung sorgte, weil Brandt zu den wenigen Impfverweigerern im Team gehörte. Anstatt voll durchzustarten und in der dritten Saison endlich dauerhaft seine Qualitäten unter Beweis zu stellen, muss sich der gebürtige Bremer bislang mit zwei Einwechslungen in der Bundesliga zufrieden geben. In Leverkusen dürfte es nun also in die Startelf gehen, beim bis dato schwersten Saisonspiel sind viele Augen auf den Rückkehrer an alte Wirkungsstätte gerichtet.

Zweifel über Qualitäten nie angebracht

"Er ist ein hervorragender Fußballer, mit Dynamik, und er hat in der Vorbereitung auch sehr gut gegen den Ball gearbeitet", attestierte Rose Brandt am Donnerstag. Zweifel an den grundsätzlichen Fähigkeiten von Dortmunds Nr. 19 waren noch nie angebracht. Wohl aber die Frage, ob Brandt genug investiert, um sein herausragendes Talent zu jederzeit gewinnbringend für die Mannschaft zum Vorschein zu bringen. Nicht von ungefähr kamen zahlreiche Gerüchte, die ihn im Sommer mit dem vorzeitigen Abschied vom BVB in Verbindung brachten. Die Saison 2021/22 gilt als eine Art Bewährung für Brandt, der tunlichst schon am Samstag seine große, unverhoffte Chance nutzen sollte.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
11.09.2021