Vor Madrid-Derby

Aufruhr um Vinicius: "Du Rassist, ich höre nicht auf, zu tanzen"

Steht vor dem Madrid-Derby besonders im Fokus: Vinicius. Foto: THOMAS COEX/AFP via Getty Images
Steht vor dem Madrid-Derby besonders im Fokus: Vinicius. Foto: THOMAS COEX/AFP via Getty Images

Vor dem LaLiga-Derby zwischen Atletico und Real Madrid (Sonntag, 21 Uhr) ist der Fokus auf Vinicius Junior gerichtet. Der Grund: Nach einer Aussage von Atleticos Kapitän Koke und einer vermeintlich rassistischen Äußerung im spanischen Fernsehen wird eine Debatte um die Jubelart des Brasilianers geführt. Mittlerweile haben sich sogar Real Madrid sowie Vinicius selbst zu Wort gemeldet.

Weil Vinicius Junior nach seinen Toren gerne zum Jubeltanz bittet, hat Koke eine Warnung an den Offensivspieler von Real Madrid ausgesprochen: Es würde Ärger seitens der Fans von Atletico geben, sollte Vinicius am Sonntagabend im Civitas Metropolitano tanzend jubeln. Pedro Bravo, der Präsident des Verbandes der spanischen Spielerberater, meinte daraufhin in der Fußball-Talkshow El Chiringuito in Bezug auf Vinicius' Jubelart: "In Spanien muss man Gegner respektieren und aufhören, den Affen zu machen." Vor dem Hintergrund Vinicius' Hautfarbe wurde dies als rassistische Äußerung aufgefasst, wenngleich Bravo sich für seine Wortwahl entschuldigte und ein rassistisches Motiv bestritt. Im Spanischen steht die Redewendung tatsächlich eher dafür, keinen Quatsch zu machen.

Solidaritätsbekundungen für Vinicius

Stars wie Neymar, aber auch Legenden wie Ronaldo und Pele ermutigten Vinicius im Anschluss, weiterhin nach seinen Toren zu tanzen. Zugleich solidarisierten sie sich im Kampf gegen Rassismus. In einem am Freitagabend veröffentlichten Statement drückte Real Madrid seine Ablehnung gegenüber Diskriminierung jeglicher Art aus. "Real Madrid möchte seine ganze Zuneigung und Unterstützung für Vinucius Junior zum Ausdruck bringen, einen Spieler, der den Fußball als eine Lebenseinstellung versteht, die auf Freude, Respekt und Sportsgeist beruht", geht aus einer Mitteilung des spanischen Rekordmeisters hervor.

"Ich werde nicht aufhören"

Vinicius selbst veröffentlichte kurz darauf eine Videobotschaft, in der er bekräftigte: "Vor Wochen fingen sie an, meine Tänze zu kriminalisieren. Tänze, die nicht von mir sind. Sie gehören Ronaldinho, Neymar, Paqueta, Griezmann, Joao Felix, Matheus Cunha… sie gehören brasilianischen Funk- und Samba-Künstlern, Reggaeton-Sängern und schwarzen Amerikanern. Es sind Tänze, um die kulturelle Vielfalt der Welt zu feiern. Akzeptiere es, respektiere es. Ich werde nicht aufhören." Mit Blick auf Bravo versicherte der Real-Angreifer: "Du Rassist, ich höre nicht auf, zu tanzen." Somit darf mit Spannung verfolgt werden, was geschieht, sollte Vinicius am Sonntagabend gegen Atletico treffen.

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Adrian Kuehnel  
17.09.2022