Regelkonform, aber "widerspricht dem gesunden Menschenverstand"

Aufreger mit Haaland: Kinhöfer erklärt Nicht-Eingriff des VAR

Haaland hatte Redebedarf. Foto: Imago
Haaland hatte Redebedarf. Foto: Imago

Das 2:2 von Borussia Dortmund gegen die TSG Hoffenheim bot einige brisante Szenen. Das letzte Tor fiel, während sich ein Spieler der TSG vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. Noch mehr Gesprächsstoff bestellte jedoch eine Szene kurz vor dem 1:1-Ausgleich der Gäste.

Kevin Vogt riss dabei Erling Haaland zu Boden, den Jude Bellingham so nicht anspielen konnte. Der Norweger wäre alleine vor dem Kasten gewesen, hätte vermutlich das 2:0 für den BVB erzielt. Stattdessen verlor Bellingham den Ball, Hoffenheim baute einen Angriff auf und markierte an dessen Ende in Person von Munas Dabbur das (durchaus verdiente) Tor zum 1:1. Die Aufregung bei den Schwarzgelben und ihren Fans war groß. Nicht Schiedsrichter Bastian Dankert, der die Szene offenkundig falsch bewertete, stand dabei im Fokus, sondern der Videobeweis.

Keine Elfmeter-Szene

Doch der durfte wohl nicht eingreifen, wie Torsten Kinhöfer erklärt. "Hätte der Videoassistent eingreifen müssen, weil ein eindeutiges Foul vorausgegangen war? Nein – und zwar, weil die Hoffenheimer Angriffsphase erst mit der Balleroberung begann", schreibt der Ex-Schiedsrichter in einer Kolumne für Bild am Sonntag. "Das Foul an Haaland war aber davor. Deswegen durfte der VAR diese Szene gar nicht heranziehen." Erschwerend kommt hinzu, dass Hoffenheim nicht etwa einen schnellen Konter folgen ließ, sondern recht gemächlich aufbaute und den Ball sogar bis zu Oliver Baumann im eigenen Tor zurückspielte. Für den Videobeweis gilt dies nicht als ein kontinuierlicher Angriff. Hätte Vogt allerdings Haaland im Strafraum umgerissen, hätte der VAR vermutlich auf Elfmeter entschieden, zumindest wäre es zu einer Überprüfung gekommen.

"Das widerspricht dem gesunden Menschenverstand"

Denn daran, dass Dankert die Szene falsch einschätzte, kann es keine Zweifel geben. Auch Kinhöfer ärgert der Fehler. "Das Foul von Vogt war ja eindeutig. Schiri Dankert hätte sich aller Probleme entledigen können, wenn er das Vergehen einfach geahndet, Vogt Gelb gegeben hätte und fertig." Stattdessen traf Hoffenheim auch dank einer Spitzfindigkeit im VAR-Protokoll. "Das widerspricht dem gesunden Menschenverstand", muss auch Kinhöfer konstatieren.

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Lars Pollmann  
14.02.2021