Juventus

Auch aus wirtschaftlichen Gründen: Allegri fest im Sattel?

Allegri steht bei Juve heftig in der Kritik. Foto: Getty Images
Allegri steht bei Juve heftig in der Kritik. Foto: Getty Images

Nach der 0:1-Niederlage bei der zuvor sieglosen Aufsteigerin AC Monza wächst der Unmut im Umfeld von Juventus. Die Alte Dame hat aus sieben Serie-A-Spielen zehn Punkte geholt, beide Auftaktpartien in die Champions League verloren und hat im zweiten Jahr unter Trainer-Rückkehrer Massimiliano Allegri kein offensichtliches fußballerisches Konzept.

In den sozialen Medien brodelt sich schon ein Sturm zusammen, das Hashtag #AllegriOut ist in Italien zuletzt allgegenwärtig, wenn man sich auf die diversen Kanäle einwählt. Auch in der kritischen Sportpresse des Landes weht dem Chefcoach ein kräftiger Wind entgegen. Die in Turin erscheinende Tuttosport sieht Allegri allerdings weiterhin fest im Sattel. Dies habe nicht zuletzt finanzielle Gründe, wie das Blatt in der Dienstagsausgabe schreibt. Denn Juve hat den Übungsleiter voriges Jahr mit einem üppigen Vertrag bis 2025 ausgestattet.

Entlassung alleine 45 Mio. Euro schwer?

In dessen Rahmen soll der frühere Meistertrainer 7,5 Millionen Euro Nettogehalt pro Jahr beziehen. Die Bianconeri müssten so bei einer Trennung von Allegri eine Summe von 45 Millionen Euro zahlen, rechnet das Blatt vor, wenn noch die engsten Mitarbeiter des Coachs einbezogen werden, die ihn bei Juve nicht überdauern dürften. Natürlich könnte sich der Klub auch mit Allegri und seinem Staff auf eine Abfindung einigen, die aber auch ins Geld ginge. Zudem müsste ein ambitionierter neuer Trainer gefunden werden.

Neuer Coach würde auch teuer

Beispielsweise bringt Tuttosport Thomas Tuchel und Mauricio Pochettino ins Spiel, die beiden aktuell wohl größten Namen unter den verfügbaren Übungsleitern. Für den neuen Trainerstab müssten dem Bericht zufolge weitere 35 Millionen Euro eingeplant werden. Insgesamt beliefe sich der Kostenpunkt im Falle einer Trennung von Allegri also auf geschätzte 80 Millionen Euro. Dass sich Juventus da gegen eine schnelle Entscheidung sträubt, ist nachvollziehbar. Ganz grundsätzlich leben Trainer in Turin nicht sonderlich gefährlich, wie das Blatt erinnert: Seit Ciro Ferrara im Januar 2010 ist kein Chefcoach mehr von der Klubführung während der laufenden Saison beurlaubt worden.

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Lars Pollmann  
20.09.2022