Rassistischer Vorfall

Asamoah zum Abbruch beim MSV: "Brauchen diese Zivilcourage"

Asamoah wurde selbst wiederholt rassistisch angegangen. Foto: Getty Images
Asamoah wurde selbst wiederholt rassistisch angegangen. Foto: Getty Images

Der Abbruch des Drittligaspiels zwischen dem MSV Duisburg und VfL Osnabrück wegen rassistischer Beleidigungen gegen den Gästeprofi Aaron Opoku am Sonntag hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Schiedsrichter und ein Großteil der Fans erhalten Lob für die Reaktion auf den abscheulichen Vorfall, auch von Gerald Asamoah.

"Der Schiedsrichter hat mit dem Spielabbruch das richtige Zeichen gesetzt. Die Zuschauer in Duisburg haben gut reagiert. Wir brauchen diese Zivilcourage", erklärt der Ex-Profi gegenüber den Ruhr Nachrichten. Die Ikone des FC Schalke 04, heute Leiter des Lizenzbereichs, war zu aktiven Zeiten selbst wiederholt Opfer rassistischer Ausfälle geworden. Selbst als Asamoah als Spieler des DFB-Teams die Bundesrepublik vertreten hat. "Es tut weh zu erleben, wie Menschen durch rassistische Äußerungen und Verhaltensweisen verletzt werden", sagt er in Bezugnahme auf den Vorfall gegen Opoku.

"Tun wir genug?"

Trotz seines Lobs für die Reaktion in Duisburg ist Asamoah sehr nachdenklich gestimmt. "Bei solchen Vorfällen wird ein, zwei Tage darüber gesprochen und dann ist das wieder schnell vergessen. Aber die Probleme bleiben", betont der 43-Jährige. Im kollektiven Bewusstsein nimmt der Kampf gegen Rassismus weiter zu wenig Raum ein. "Tun wir genug dafür, damit Rassismus in unserer Gesellschaft keine Chance hat?", fragt Asamoah rhetorisch. Schalke hatte sich derweil bereits am Sonntag solidarisch mit Opoku gezeigt und die Reaktion des Ruhrgebiets-Nachbarn Duisburg gelobt.

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Lars Pollmann  
21.12.2021