Gladbach mit erfolgreichem Matchplan

Analyse: Mit welchen Taktik-Kniffen Rose den FC Bayern bezwang

Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach feiert sich, während FC Bayerns Alphonso Davies (l.) niedergeschlagen davon schleicht.
Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach feiert sich, während FC Bayerns Alphonso Davies (l.) niedergeschlagen davon schleicht. (Foto: imago)

Dass Gladbach-Trainer Marco Rose etwas von seinem Handwerk versteht, hat er unter anderem beim 3:2-Sieg über den FC Bayern München bewiesen. Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach setzte genau das um, was der Coach einforderte, und gewann.

Nach einem 0:2-Rückstand drehten die Fohlen die Partie gegen den Rekordmeister, setzten sich mit 3:2 durch. fussball.news nennt die wichtigsten Taktik-Kniffe und erklärt, wie der Erfolg auf den Matchplan von Trainer Rose zurückzuführen ist.

Änderung der Grundformation

Mit Florian Neuhaus, Christoph Kramer UND Denis Zakaria in der Startelf überraschte Rose den einen oder anderen Experten vor der Partie. Spielten sonst nur zwei Sechser, standen gegen den FC Bayern München alle drei auf dem Platz. Statt dem gewohnten 4-2-3-1-System lief Borussia Mönchengladbach hauptsächlich in 4-3-3-Formation auf, welches gern auch zum 4-2-2-2 modifizierte.

Zakaria, der "schwimmende" Sechser

Mittelfeldspieler Zakaria nahm auf dem Platz eine besondere Stellung ein. Als "schwimmender" Sechser - zwischen den Linien schwimmen - schaltete sich der 24-Jährige immer wieder mit ins Offensiv-Spiel ein. "Die Idee mit Denis ist die, dass wir zum einen Tiefe herstellen wollen. Er kann aber auch am Flügel unterstützen. Und soll unseren beiden Sechser helfen", verriet Rose bei DAZN sogar noch vor Anpfiff, was sich während der Partie genau so darstellte.

Stindl, der passgebende Angreifer

Hätte man Lars Stindl zu Beginn der Partie eine feste Position im 4-3-3-System zuteilen müssen, wäre es die zentrale Stürmer-Position gewesen. Im Angriff ließ sich der Fohlen-Kapitän aber gern zurückfallen und eröffnete nach Ballgewinn mit Übersicht und Pass-Qualität die schnellen Gegenangriffe. Stindl überspielte mit gezielten Pässen die gesamte Hintermannschaft des FC Bayern München. So entstanden die Tore zum 1:2 und 2:2-Ausgleich.

Hofmann, der Vollstrecker in der Tiefe

Wie wichtig Jonas Hofmann für Gladbach sein kann, hat der 28-Jährige mal wieder bestens unter Beweis gestellt. Nicht nur der zwei Tore (36./45.) und seiner Vorlage zum Siegtreffer (49.) wegen, sondern auch seiner Spielintelligenz ist der Sieg zuzuschreiben. Mit seinen Tiefen-Läufen, immer an der Kante zum Abseits, stellte er den Gegner stets vor Probleme. "Dass ich in die Tiefe gehen soll, das war vorher vom Trainer strikt so vorgegeben. Sodass Lars und Denis mehr Platz im Halbraum haben", erklärte Hofmann nach der Partie den Matchplan, den er und seine Mitspieler goldrichtig umgesetzt haben.

Kompaktheit in der Defensive

Um auch die Defensivarbeit hervorzuheben: In der eigenen Spielhälfte hielt Gladbach das Zentrum dicht, bot den Spielern vom FC Bayern kaum freie Räume an. Ein Ergebnis der engen 4-3-3-Formation! Der Rekordmeister musste im Aufbauspiel meist auf die Außenspieler Douglas Costa oder Leroy Sane ausweichen, die beide nicht ihren besten Tag erwischten. Auch Einwechselspieler Kingsley Coman konnte nur wenig Akzente setzen. Lediglich innerhalb der ersten halben Stunde (Stand: 0:2) ging der Plan der Gladbacher nicht ganz auf, weil da noch Abstimmung und Mut fehlten. Hintenraus war die taktische Aufstellung ein genialer Schachzug von Rose.

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Tom Jacob  
09.01.2021