Mehr Wettbewerb an der Spitze

Allofs: "Der Fußball muss sich im Grundsatz verändern"

Allofs sieht großen Veränderungsbedarf im System Profifußball. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images
Allofs sieht großen Veränderungsbedarf im System Profifußball. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

In der Coronakrise sind die ganz großen Themen im Fußball in den Vordergrund gerückt. Wie lässt sich der Profisport unter den neuen Herausforderungen organisieren? Und wie kommt dabei auch noch mehr sportlicher Wettbewerb an der Spitze zustande? Die Fragen treiben auch Klaus Allofs um.

Der Ex-Nationalspieler ist gerade in eine aktive Rolle zurückgekehrt, wurde bei Fortuna Düsseldorf in den Vorstand berufen. Vom Spitzenbereich der Bundesliga ist er da weit entfernt, insofern spricht mit Allofs nicht zuletzt auch ein interessierter und fachkundiger Beobachter. "Der Fußball muss sich im Grundsatz verändern. Wir brauchen ein Bündel an Maßnahmen, um den Konkurrenzkampf wieder zu fördern", fordert er gegenüber Sport Bild. Dabei soll es nicht um Gleichmacherei gehen, sondern um eine Annäherung. 

"Die Großen wie Bayern müssen etwas abgeben"

Aktuell seien die Strukturen festgefahren, stehe vor jeder Saison quasi fest, dass der FC Bayern und Borussia Dortmund an der Tabellenspitze stehen werden. "Weil die finanziellen Möglichkeiten so sind, wie sie sind, gibt es eigentlich keine Chance, das zu durchbrechen. Deshalb muss sich etwas ändern", sagt der 63-Jährige. Diesbezüglich sei unter anderem eine andere Verteilung von TV-Geldern notwendig, meint Allofs. "Es sollte die Möglichkeit bestehen, dass mal ein anderer ganz oben steht. Dafür müssen die Großen wie Bayern etwas abgeben."

"Wir brauchen eine Neuordnung"

Unter anderem aus seiner Zeit bei Werder Bremen weiß der Ex-Profi freilich, dass in der Spitze wenig Interesse besteht, neue Klubs in den erlauchten Kreis einzuladen. "Die Gesamtentwicklung des deutschen Fußballs müssen auch Bayern München und Borussia Dortmund im Blick haben", sagt Allofs jedoch. "Wir brauchen eine Neuordnung. Es geht um das ganze System Fußball", wird er deutlich. Deshalb blicke er mit Spannung auf die Erkenntnisse der interdisziplinären 'Taskforce Zukunft Profifußball', die die DFL berufen hat.

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Lars Pollmann  
21.10.2020