Nach Platzverweis in Serie A

Allegri gesperrt: Juve-Coach würde lieber hohe Strafe zahlen

Allegri ist eigentlich nicht als Heißsporn bekannt. Foto: Getty Images
Allegri ist eigentlich nicht als Heißsporn bekannt. Foto: Getty Images

Nach der hektischen Schlussphase des Spiels zwischen Juventus und US Salernitana am Wochenende spricht alle Welt vom VAR-Skandal, der die Alte Dame einen späten Sieg gekostet hat. Beinahe ist dabei untergegangen, dass es infolge einer Rudelbildung zu mehreren Platzverweisen gekommen ist.

Arkadiusz Milik sah Gelb-Rot für das Ausziehen seines Trikots nach dem vermeintlichen Siegtreffer, in dessen Folge es zum Clinch mit der Beteiligung vieler Profis und Teilen der Ersatzbänke beider Teams kam. In diesem Zusammenhang flogen aufseiten der Bianconeri Juan Cuadrado und bei Salernitana Federico Fazio mit glatt Rot vom Platz. Zudem wurde Juve-Coach Massimiliano Allegri auf die Tribüne geschickt. Am Dienstag hat die italienische Sportgerichtsbarkeit die Strafen ausgesprochen: Alle Beteiligten wurden für je eine Partie gesperrt.

Ein Spiel Sperre, 15 000 Euro Strafe

Wegen der besonderen Vorbildfunktion muss Allegri als Trainer zusätzlich eine Geldstrafe zahlen. 15 000 Euro kostet ihn die wohl zu emotionale Reaktion auf den aberkannten Siegtreffer. Ginge es nach dem Übungsleiter selbst, hätte die Strafe sogar härter ausfallen dürfen. Allegri plädiert darauf, dass Coachs künftig nicht mehr gesperrt werden, dafür mehr Geld zahlen. "Ich urteile nie über die Schiedsrichter, es ist nicht meine Aufgabe, mich darüber zu äußern", erklärt der Trainer in der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Benfica am Mittwochabend. 

"Vielleicht ist es zu warm ..."

Gegen Salernitana habe er sich zu einer emotionalen Reaktion hinreißen lassen, die er bedauere. Dennoch ärgert Allegri, dass eine Kurzschlusshandlung, die gewissermaßen ja sogar verständlich war, ihn nun das nächste Serie-A-Spiel kostet. "Ich denke es wäre besser, wenn Trainer durchaus hohe Strafen bezahlen, mit denen wir Leuten helfen können, die es nötig haben. Aber am nächsten Spieltag muss der Trainer am Platz sein." Allegri befindet sich dabei in bester Gesellschaft, in Italien sind fürs Wochenende nicht weniger als fünf Übungsleiter gesperrt. "Vielleicht ist es zu warm und ein Bad im Meer würde helfen", scherzt der 55-Jährige, der die Partie von Juventus bei der Aufsteigerin AC Monza verpassen wird.

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Lars Pollmann  
14.09.2022