Hamburger Eigengewächs

So läuft der Alidou-Poker zwischen Eintracht und HSV

Aktuell heißt es für Faride Alidou noch voller Fokus auf den HSV. Foto: Getty Images

Aktuell weilt Faride Alidou mit dem Hamburger SV in der spanischen Sonne von Sotogrande und bereitet sich auf die Rückrunde in der 2. Bundesliga vor. Doch bis zum 31. Januar könnte der 20-jährige Offensivspieler bei Eintracht Frankfurt aufschlagen. Die Chancen stehen gut. 

Von der Eintracht berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Die Entscheidung ist gefallen. Faride Alidou schließt sich ab dem kommenden Sommer, wenn sein Vertrag beim Hamburger SV ausläuft, Eintracht Frankfurt an. Dabei stachen die Hessen 13 andere Bundesligisten aus. Sportvorstand Markus Krösche ist vom deutschen U20-Nationalspieler überzeugt und legte sich in den Verhandlungen mächtig ins Zeug. Die aufgezeigte Perspektive in Frankfurt hat den Ausschlag gegeben. Anderswo hätte Alidou deutlich mehr verdienen können. Bei der Eintracht soll er aber den nächsten Karriereschritt gehen können und sich dort auch unter Trainer Oliver Glasner individualtaktisch weiterentwickeln und seine beste Position finden. 

Winterwechsel wahrscheinlich - und Bonus für die SGE

Die Frage, die sich allerdings nun stellt, ist, ob Alidou das bereits ab diesem Winter in Frankfurt tun wird. Die Ablöseverhandlungen zwischen der Eintracht um dem Hamburger SV gestalten sich als schwierig. HSV-Sportboss Jonas Boldt ließ gegenüber mehreren Medien im Trainingslager verlauten: "Es gab Kontakt zur Eintracht, aber wir haben unterschiedliche Vorstellungen." Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Nach fussball.news-Informationen ist ein Winterwechsel weiterhin wahrscheinlich.

Potentieller Kostic-Nachfolger?

Die Eintracht kann sich nach der Einigung mit Alidou zwar entspannt zurücklehnen, doch ein Transfer im Winter wäre für die Hessen optimal. Der Spieler könnte sich in der Bundesliga ohne großen Druck akklimatisieren und hätte ein halbes Jahr länger Eingewöhnungszeit, um dann im Sommer durchzustarten. Die Verantwortlichen könnten sich in Ruhe anschauen, ob Alidou nach dem halben Jahr bereit wäre in große Fußstapfen zu treten: In die von Linksaußen Filip Kostic, dessen Vertrag 2023 ausläuft und bei dem nach der Saison die Frage eines Abgangs wieder konkret werden könnte, nachdem dieser im vergangenen Sommer noch gescheitert war. 

Warum der Sommerwechsel noch nicht öffentlich wurde

Der Hamburger SV hingegen müsste ein Eigengewächs im Sommer nicht ablösefrei ziehen lassen. Das wäre für den Traditionsverein trotz aller sportlichen Ambitionen der Super-Gau. Eine Vertragsverlängerung hatte Alidou - trotz ordentlichem Angebot für die derzeitigen Hamburger Verhältnisse - ausgeschlagen. Stattdessen entschied er sich für die Eintracht. Die könnte den Sommerwechsel bereits publik machen, will einen möglichen Winterwechsel damit aber nicht gefährden. Zudem kennen sich Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche und Boldt aus gemeinsamer Zeit in Leverkusen und schätzen sich sehr. Deshalb vermied Krösche es bislang den HSV öffentlich unter Druck zu setzen. Doch der pokert derzeit um die Ablöse - je höher diese ausfällt, desto besser können die Verantwortlichen auch den Fans in Hamburg den Abgang verkaufen. 

Alidou könnte mit Verbleib wohl leben

Der Spieler hingegen könnte wohl mit beiden Optionen gut leben. In seiner Heimatstadt Hamburg fühlt er sich unter Trainer Tim Walter nach wie vor wohl, in der Mannschaft hat er an Standing nicht verloren. In der Rückrunde könnte er dort mit der Rückkehr in die Bundesliga Geschichte schreiben und sich erhobenen Hauptes verabschieden. Fans, die ihn im Stadion auspfeifen können, kehren vermutlich mittelfristig ohnehin nicht wieder in Scharen zurück. Alles hängt derzeit also vom Ablösepoker zwischen der SGE und dem HSV ab. Die Eintracht hat nach fussball.news-Informationen eine klare Schmerzgrenze, die bei rund einer halben Million Euro liegen soll. Eine solche Ablöse wäre bei einem halben Jahr Restvertrag mehr als marktgerecht und damit könnten wohl alle Seiten gut leben. 

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Benjamin Heinrich  
04.01.2022