Rückblick

Adler: "Stimmt - Neuer hat eine Weltkarriere gemacht und ich nicht"

Rene Adler musste Manuel Neuer den Vortritt lassen.
Rene Adler musste Manuel Neuer den Vortritt lassen. Foto: Getty Images

Jahrelang duellierten sich Rene Adler und Manuel Neuer um die Nummer eins im deutschen Tor. Doch vor der Weltmeisterschaft 2010 verletzte sich Adler schwer - und musste mit ansehen, wie Neuer durchstartete.

Am 17. April 2010 verletzte sich Rene Adler an der Rippe und musste im darauffolgenden Sommer operiert werden. Der Torhüter von Bayer Leverkusen fiel für die Weltmeisterschaft aus und musste Manuel Neuer, damals noch in Diensten des FC Schalke 04, den Vortritt lassen. Der nutzte die Chance, spielte ein starkes Turnier - und steht auch zehn Jahre später noch beim FC Bayern München mit inzwischen 34 Jahren ganz oben.

Adler blickt zurück

"Es stimmt: Manuel Neuer hat eine Weltkarriere gemacht und ich nicht. Ich gebe auch offen zu, dass es mir nicht immer gelungen ist, alles so rational positiv zu sehen. Ich hatte auch schlechte Gefühle", blickte Adler im Gespräch mit Spox zurück. Er beendete im vergangenen Sommer nach den Stationen Leverkusen, Hamburger SV und Mainz 05 seine Karriere.

Ex-Profi hegt keinen Groll

Inzwischen hegt der Ex-Profi aber keinen Groll mehr: "In diesen Momenten habe ich immer daran gearbeitet, mir bewusst zu machen, welches Glück ich habe. Ich habe mein Hobby zum Beruf machen und damit viel Geld verdienen dürfen. Das ist ein Privileg." Auch im Keller der 1. Bundesliga ging es noch vergleichsweise zu anderen Jobs "gemütlich" zu: "Das galt selbst dann, wenn ich mit dem HSV mitten im Abstiegskampf gesteckt bin. Selbst dann musst du es wertschätzen, morgens zum Training zu fahren. Am Ende ist es doch das, wovon du als kleines Kind geträumt hast."

Adler blickt auch optimistisch in die Zukunft, schließlich konnte er sich finanziell absichern und während seiner letzten Verletzungspause in Mainz schon Planungen vorantreiben: "Und jetzt habe ich mit 35 die Möglichkeit, mir eine zweite Karriere aufzubauen und dabei vielleicht wieder ein Hobby zum Beruf machen zu können. Für diese Freiheit bin ich sehr dankbar."

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Christopher Michel  
02.09.2020