Nur 25 Minuten auf dem Platz

Addo über erstes Profi-Jahr von Raschl: "Keine einfache Zeit"

Raschl (l.) konnte sich fast ausschließlich im Trainingsbetrieb zeigen. Foto: JORGE GUERRERO/AFP via Getty Images
Raschl (l.) konnte sich fast ausschließlich im Trainingsbetrieb zeigen. Foto: JORGE GUERRERO/AFP via Getty Images

Für sein Debüt als Profifußballer in einem Pflichtspiel hätte sich Tobias Raschl womöglich etwas anderes gewünscht als ein 0:4 in einem Geisterspiel gegen die TSG Hoffenheim. Die letzten 25 Minuten der abgelaufenen Saison waren seine ersten 'richtigen' für Borussia Dortmund. Otto Addo schätzt das erste Profi-Jahr des Mittelfeldmannes ein.

"Es war keine einfache Zeit für ihn. Er war es gewohnt, immer in der Mannschaft zu spielen, mit der er trainiert", so der Trainer, der sich beim BVB um die Talente an der Schwelle vom Nachwuchs- zum Profibereich bewegen, gegenüber der Vereinshomepage. Stattdessen pendelte der 20-Jährige zwischen Training und Kadernominierungen bei der ersten Mannschaft, Spielen mit der U23 in der Regionalliga und Auftritten in der UEFA Youth League mit einer erweiterten U19 des BVB. Zehnmal hoffte Raschl vergeblich auf seinen ersten Einsatz in der Bundesliga, ehe Lucien Favre ihn bei der letzten Gelegenheit am 34. Spieltag belohnte.

"Kleine, aber wichtige Anerkennung"

"Es war ein Stück weit normal, dass er mal enttäuscht oder gar frustriert gewesen ist. Für mich war es wichtig zu sehen, dass Tobi – egal, wie die Situation war – im Training immer einhundert Prozent gegeben hat", lobt Addo die Einstellung seines Schützlings. Im Debüt, wenngleich unter wenig erbaulichen Umständen, erkennt der Ex-Profi "eine kleine, aber wichtige Anerkennung" seitens des Trainerstabs. In der am Montag begonnen Saisonverbereitung gehört Raschl wieder fest zum Aufgebot des BVB, er wird auf seine Einsätze in Testspielen kommen.

"Wird Stammspieler in der ersten Liga"

Sobald die Spielzeit aber ernstlich beginnt, dürfte das Talent ob des großen Gedränges im Mittelfeld wieder in den Wartestand gehen müssen. "Ich bin überzeugt, dass er seinen Weg gehen und Stammspieler werden wird in der ersten Liga", sagt Addo. Schiebt aber durchaus vielsagend nach: "Wann und wo das sein wird, ist schwierig zu sagen." Raschl brauche vor allem weiterhin Geduld und müsse so fleißig bleiben wie im ersten Jahr. Wenn die zweite Saison aber erneut nur 25 Minuten Einsatzzeit mit sich bringt, wäre dies wohl für beide Seiten enttäuschend.

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Lars Pollmann  
05.08.2020