Von Klopp bis Guardiola

Abschied stand früh fest: So schlugen sich die Rose-Vorgänger

Nicht nur bei Klopp und Guardiola herrschte früh Klarheit. Foto: Imago
Nicht nur bei Klopp und Guardiola herrschte früh Klarheit. Foto: Imago

Anfang der Woche hat Borussia Mönchengladbach endlich Klarheit geschaffen und den Wechsel von Marco Rose zu Borussia Dortmund bekanntgegeben. Bis Ende der laufenden Runde soll der Chefcoach aber mit den Fohlen um Erfolge kämpfen, wie Max Eberl am Mittwoch unmissverständlich klar machte.

Es ist in der Bundesliga nicht ganz ungewöhnlich, dass Trainer, deren Abschied schon lange im Vorhinein feststeht, die Saison noch zuende bringen. Gerade in Gladbach hat das sogar schon eine gewisse Tradition. Bereits bei Hennes Weisweiler und Udo Lattek gab es nach der Ankündigung der sich trennenden Wege einige Abschiedsspiele, die Trainer-Legenden holten in den 1970er-Jahren auf dem Weg aus der Tür sogar Titel. Soweit muss man nicht zurückschauen, denn auch beim unmittelbaren Vorgänger von Rose herrschte früh Klarheit. Wie sich er und andere Beispiele in der jüngeren Vergangenheit geschlagen haben, zeigt diese Zusammenstellung von fussball.news.

Dieter Hecking, Borussia Mönchengladbach, Saison 2018/19

Tabellenplatz bei Bekanntgabe: 5.

Tabellenplatz am Saisonende: 5.

Besonderheit: Erreichen der Europa League

Der direkte Vorgänger von Rose musste nur wenige Monate nach einer Vertragsverlängerung bei den Fohlen seinen Abschied hinnehmen. Am 02. April 2019 machte der Klub die Trennung vom Ex-Profi bekannt. Seinerzeit standen noch sieben Bundesliga-Spiele aus. Von denen gewann die Hecking-Elf nur noch zwei und verpasste so den Einzug in die Champions League im Fernduell mit Bayer Leverkusen. Die Qualifikation zur Europa League muss aber durchaus als Erfolg gelten.

Jürgen Klopp, Borussia Dortmund, Saison 2014/15

Tabellenplatz bei Bekanntgabe: 10.

Tabellenplatz am Saisonende: 7.

Besonderheit: Erreichen des DFB-Pokalfinals

In Dortmund dürften die meisten Fans heute noch genau wissen, wo sie am 15. April 2015 waren, als sich die Nachricht des Abschieds von Lichtgestalt Jürgen Klopp am Saisonende wie ein Lauffeuer verbreitete. Nach sechs überaus erfolgreichen Jahren ging in der letzten Klopp-Saison wenig, der BVB flirtete zeitweise sogar mit dem Abstiegskampf. Nach der Ankündigung des Weggangs verlor Dortmund nur zwei von acht verbleibenden Spielen und kletterte in der Bundesliga um drei Ränge. Ärgerlich: Unter den zwei Pleiten befand sich das DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg. Ein traumhafter Abschied blieb Klopp so verwehrt.

Niko Kovac, Eintracht Frankfurt, Saison 2017/18

Tabellenplatz bei Bekanntgabe: 5.

Tabellenplatz am Saisonende: 8.

Besonderheit: Gewinn des DFB-Pokals

Knapp drei Jahre nach den BVB-Fans mussten auch die Anhänger von Eintracht Frankfurt den Abschied ihres Coachs ertragen. Am 13. April 2018 verkündete der FC Bayern die Verpflichtung von Kovac, der eine Ausstiegsklausel bei den Hessen nutzte. In der Bundesliga gewann die Eintracht anschließend nur noch ein Saisonspiel, was die Mannschaft mit dem sensationellen Gewinn des DFB-Pokals aber mehr als nur wett machte. Dass Kovac im Finale ausgerechnet seinen künftigen Arbeitgeber schlug, zeigt, dass es beim Kroaten keinerlei Interessenskonflikte gab.

Julian Nagelsmann, TSG Hoffenheim, Saison 2018/19

Tabellenplatz bei Bekanntgabe:  n.n.

Tabellenplatz am Saisonende: 9.

Bei Nagelsmann liegt der besondere Fall vor, dass der Abschied Richtung RB Leipzig schon ein Jahr im Voraus bekannt gegeben wurde. Der heutige Erfolgscoach der Sachsen begab sich also sozusagen auf eine einjährige Abschiedstournee mit Hoffenheim. Die Saison endete für den damaligen Champions-League-Teilnehmer etwas ernüchternd: Platz neun in der Bundesliga, in der Königsklasse Aus in der Gruppenphase, im DFB-Pokal in der 2. Runde. 

Pep Guardiola, FC Bayern, Saison 2015/16

Tabellenplatz bei Bekanntgabe: 1.

Tabellenplatz am Saisonende: 1.

Besonderheit: Gewinn des Doubles, Erreichen des Champions-League-Halbfinals

Der spanische Star-Trainer hatte seine Zeit in München wohl von vornherein als dreijähriges Projekt geplant. So kam nicht sonderlich überraschend, dass der Klub am 20. Dezember 2015 den Weggang des Ex-Profis bekanntmachte und Carlo Ancelotti als Nachfolger installierte. An der Dominanz des Rekordmeisters in Bundesliga und DFB-Pokal änderte es nichts, in der Königsklasse scheiterte Guardiola einmal mehr im Semifinale.

Fazit

Nach Bekanntgabe des Trainerwechsels zum Saisonende ist keiner der beispielhaft genannten Klubs eingebrochen. Stattdessen gab es bisweilen gerade im DFB-Pokal noch letzte Hurrahs und Erfolge, die versöhnlich stimmten. Rose kann sich mit Gladbach da einreihen, müsste Anfang März seinen künftigen Arbeitgeber Dortmund im Viertelfinale überwinden.

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Lars Pollmann  
18.02.2021