Eintracht-Youngster

4 Gründe, warum die Causa Blanco scheitern musste

Fabio Blanco trainierte zuletzt nur noch individuell. Foto: Fabio Blanco Twitter

Aktuell deutet vieles darauf hin, dass Fabio Blanco Eintracht Frankfurt nach nur einem halben Jahr wieder verlassen wird. Dabei kam der 17-jährige Spanier im Sommer noch mit großen Vorschusslorbeeren. Schon damals allerdings hätte man erahnen können, dass die ganze Causa keine einfache werden würde. 

Gegen namhafte Konkurrenz hat sich Eintracht Frankfurt beim Transfer von Fabio Blanco durchgesetzt. Der 17-Jährige wechselte im vergangenen Sommer ablösefrei von der U19 des FC Valencia an den Main. Ein Jahr lang hatte Kaderplaner Ben Manga um das Toptalent gebuhlt. Das entschied sich gegen Real Madrid, den FC Barcelona und Juventus Turin. Und wechselt nun wohl nach nur einem halben Jahr von Frankfurt zu Barca, wo er für die Reserve auflaufen soll. Am Ende war die Causa Blanco wohl vor allem eines: Ein Missmatch. fussball.news nennt vier Gründe, warum die Zeichen darauf schon im Sommer hätten deuten können. 

1. Neue sportliche Führung

Der Transfer von Blanco wurde am 17. Mai verkündet. Mitten in eine Phase, in der die Eintracht auf sportlich wackeligen Füßen stand. Zwar hatten die Hessen zu diesem Zeitpunkt schon Sportvorstand Markus Krösche als Nachfolger von Fredi Bobic verpflichtet. Doch der trat seinen Dienst erst offiziell zum 1. Juni an. Ein neuer Trainer wurde mit Oliver Glasner erst rund zehn Tage nach dem Blanco-Wechsel verpflichtet. Der Umbruch in der sportlichen Führung war zum Sommer hin riesig. Für die Eintracht entschied sich die Blanco-Seite aber trotz dieser Unwägbarkeiten und der Gefahr, dass eine neue sportliche Führung womöglich nicht die gleichen Ansichten zum Spieler hat. 

2. Findungsphase mit Euro League

Der Umbruch in der sportlichen Führung, dazu neun Neuzugänge und ein schlechter Saisonstart. Die Eintracht benötigte Anlaufzeit. In dieser Zeit setzte Glasner auf arrivierte Kräfte, ließ auch die Neuzugänge Jens Petter Hauge und Jesper Lindström immer wieder auf der Bank sitzen. Trainingseinheiten waren in Zeiten von Englischen Wochen durch die Europa League Mangelware. Blanco sollte deshalb Spielpraxis in der U19 der Eintracht sammeln. Doch dort wurden neben seinen zweifelsohne vorhandenen Anlagen auch seine Defizite für den Erwachsenenfußball sichtbar. In dieser Phase konnte er den Profis nicht helfen. 

3. Fehlende U23

Mit einem deutlich geringeren Risiko hätte Blanco die nötige Erfahrung und Wettkampfhärte für die Profis bei einer U23-Mannschaft sammeln können. Hätten die Frankfurter denn eine. Diese wurde 2014 abgeschafft und seitdem nicht wieder eingeführt. Einsätze in der Oberliga oder der Regionalliga hätten Blancos Umfeld womöglich auch nicht zufriedengestellt, hätten diesem aber die noch vorhandenen Defizite für den Seniorenfußball deutlich klarer aufzeigen können. Womöglich hätte das für Entspannung sorgen und die Gemüter beruhigen können. 

4. Positionsproblem

Hinzu kommt, dass sich für Blanco bei der Eintracht kein klares Positionsprofil ergeben hat. Verpflichtet wurde der U18-Nationalspieler als offensiver Außenbahnspieler, den es bei den Frankfurtern im aktuellen System so aber nicht gibt. Das Trainerteam hat zudem relativ früh konstatiert, dass dem Youngster dafür ohnehin das ganz große Tempo fehlt. Experimente in der Zentrale fanden zwar statt, doch da hatte Blanco noch weniger Chancen auf Einsatzzeiten. Seine Fähigkeiten im Dribbling, im Eins-gegen-Eins und im Passspiel könnten Blanco früher oder später in die Zentrale führen. Doch nicht mehr bei der Eintracht.

Fazit: 

Viele Faktoren sprachen schon früh dafür, dass der Blanco-Wechsel zur Eintracht auch Risiken beinhaltet. Dass die Frankfurter dennoch bei einem solch umworbenen Talent zuschlugen und mit Perspektive gelockt haben, ist Kaderplaner Ben Manga nicht zum Vorwurf zu machen. Vielmehr aber hätte die Beraterseite wissen müssen, worauf sie sich einlässt. Eine realistische Einordnung der Gründe für die Nichtberücksichtigung hätten womöglich auch zu mehr Geduld in der Causa geführt, deren Fehlen nun wohl zum Abgang führen wird. 

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Benjamin Heinrich  
30.12.2021