Final-Bilanz verbesserungswürdig

4. Finale in zehn Jahren: CL-Dauerbrenner Müller

Müller stand schon 2010 im Finale auf dem Platz. Foto: Miguel A. Lopes/Pool via Getty Images
Müller stand schon 2010 im Finale auf dem Platz. Foto: Miguel A. Lopes/Pool via Getty Images

Der FC Bayern steht am Sonntagabend zum vierten Mal seit 2010 im Finale um den wichtigsten Klubwettbewerb der Welt. Nur ein Spieler, der zu Beginn des Jahrzehnts dabei war, steht auch gegen Paris Saint-Germain auf dem Platz. Thomas Müller ist der Königsklassen-Dauerbrenner der Münchner.

Ein Blick auf das Aufgebot von Trainer Louis van Gaal aus dem Mai 2010 lässt den geneigten Beobachter gefühlt um Jahrzehnte altern. Neben Müller sind nur drei Spieler überhaupt noch aktiv. Holger Badstuber wurde gerade beim VfB Stuttgart zur zweiten Mannschaft abgeschoben, Danijel Pranjic und Diego Contento sind längst von den großen Bildflächen verschwunden. Mit Miroslav Klose ist sogar ein damaliger Kollege von Müller heute sein Co-Trainer beim FC Bayern. Die Geschichte der vier Finals ist auch die des Weltmeisters von 2014.

2010: Mega-Chance vergeben

Gegen den Triple-Champion Inter Mailand unter Jose Mourinho waren die Münchner letztlich durchaus verdient nur zweiter Sieger. Ein Doppelpack von Diego Milito reichte den schlicht clevereren Italienern. Dabei hatte Müller aber die Riesenchance, Bayern ins Spiel zu bringen. Direkt nach Beginn der zweiten Halbzeit spielte Hamit Altintop ihn frei, aus guter Schussposition versagten dem damaligen Jungnationalspieler aber die Nerven. Es wäre das 1:1 gewesen.

2012: Vermeintlicher Siegtreffer

Das Finale Dahoam wurde für den FC Bayern neben der Niederlage 1999 gegen Manchester United zur vielleicht schmerzhaftesten Erfahrung überhaupt. Gegen den FC Chelsea dominierten die Münchner das Geschehen beinahe nach Belieben, doch das Tor schien wie vernagelt. In der 83. Minute köpfte Müller sein Team ins Glück, doch Didier Drogba hatte etwas dagegen. Es folgte die Niederlage im Elfmeterschießen.

2013: Als Nebendarsteller am Ziel der Träume

Im deutschen Finale von Wembley gegen Borussia Dortmund gelang endlich der ersehnte Triumph. Dabei schrieben andere die Schlagzeilen als Müller. Die Tore gelangen Mario Mandzukic und Arjen Robben. Womöglich wäre aber der Deutsche der Held geworden, hätte Neven Subotic nicht eine Rettungsaktion für die Geschichtsbücher ausgepackt. 

2020: Im dritten Frühling zum Erfolg?

Die Geschichte des Finals vom Sonntag muss noch geschrieben werden. Schwer vorstellbar, dass Müller dabei nicht eine entscheidende Rolle spielen wird. Der Offensivspieler befindet sich unter Hansi Flick seit Monaten in Gala-Form, erlebt einen dritten Frühling, nachdem sein Stern vermeintlich zu sinken begann. Schon heute ist Müller deutscher Rekordspieler in der Königsklasse. Viermal binnen zehn Jahren mit dem FC Bayern im Finale zu stehen, auch das ist rekordverdächtig.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
22.08.2020