Serbischer Linksaußen

3 Gründe, warum ein Kostic-Abgang für die SGE Sinn machen könnte

Frankfurts Filip Kostic soll sich bereits mit Inter Mailand einig sein. Foto: Imago

Die Gerüchte um einen möglichen Wechsel von Filip Kostic halten sich bei Eintracht Frankfurt hartnäckig. In den vergangenen Jahren konnten die Verantwortlichen den Serben stets halten. Sieht es in diesem Sommer anders aus? Ein Abgang würde zwar schmerzen, könnte auf den zweiten Blick durchaus Sinn machen.

Der TV-Sender Sky berichtete zuletzt, dass sich der italienische Meister Inter Mailand und Eintrachts Linksaußen Filip Kostic einig seien über einen Sommertransfer. Bei Eintracht Frankfurt ist bis dato allerdings noch kein Angebot für den 28-Jährigen eingegangen. Der neue Sportvorstand Markus Krösche betonte zuletzt, dass er um den Leistungsträger kämpfen will und wird. Entsprechend ist auch noch offen, ob Kostic tatsächlich nach drei Jahren bei den Hessen noch einmal sein Glück im Ausland sucht. 2018 war der Nationalspieler vom Hamburger SV zunächst leihweise, ein Jahr später dann für die Ablöse von sechs Millionen Euro fest an den Main gewechselt. Die Hamburger sind bei einem Weiterverkauf beteiligt. Kostic wird in diesem Jahr noch 29 Jahre alt, bei der Eintracht ist er bis 2023 vertraglich gebunden, der nächste Vertrag, den er unterschreibt, dürfte der beste seiner Karriere sein. Ein Verbleib in Frankfurt ist nach wie vor nicht ausgeschlossen. fussball.news nennt drei Gründe, warum ein Wechsel des Linksfußes aber auch positive Seiten hätte.

1. Eintracht-Spielweise würde sich emanzipieren

In der vergangenen Saison steuerte Filip Kostic zum Erfolg der Eintracht satte 21 Scorerpunkte (vier Tore, 17 Vorlagen) bei. Insgesamt sind für den Serben 127 Pflichtspiele für die Hessen datiert, in denen er 26 Tore erzielte und deren 48 vorbereitete. Die Spielweise der Frankfurter in den vergangenen Jahren war stark auf Kostic zugeschnitten, entsprechend linkslastig stellte sich das Angriffsspiel dar. Ex-Trainer Adi Hütter hielt große Stücke auf Kostic, der zahlte es häufig auch mit Leistung zurück. Seine Stärken hatte der Linksaußen in einem System mit Dreierkette auf der linken Seite aus der Tiefe mit Anlauf kommend. Eine Formation, die Hütter auch wegen Kostic fast immer beibehielt und die gleichzeitig eine große Abhängigkeit darstellte. Der neue Coach Oliver Glasner setzt auf taktische Flexibilität, lässt auch gerne mit einer Viererkette spielen. Der ehemalige Stuttgarter müsste dann wohl wieder nach vorne rücken. Ob er dort ähnlich stark aufspielen kann, ist ungewiss. Ein Wechsel würde der Eintracht wohl taktisch deutlich mehr Freiheiten bieten.

2. Kostic hat Leistungspeak erreicht

Die vergangene Saison war in der Bundesliga Kostics stärkste Saison. transfermarkt.de taxiert seinen Marktwert derzeit auf 35 Millionen Euro. Dass dieser vor über einem Jahr noch fünf Millionen Euro höher lag, zeigt auch, dass der Serbe aktuell an seinem Leistungslimit angelangt ist. Im November wird Kostic 29, befindet sich im besten Fußballalter. Da er aber vor allem von seiner Geschwindigkeit und Dynamik lebt, ist es eher unwahrscheinlich, dass noch eine massive Marktwertsteigerung eintritt. Will die Eintracht mit dem ehemaligen Hamburger, der keine Ausstiegsklausel besitzt, nochmal Kasse machen, wäre diesen Sommer trotz Corona ein guter Zeitpunkt. Inter Mailand könnte durch Spielerverkäufe Einnahmen generieren, um Frankfurt dann auch entsprechend ein Angebot im Bereich des Marktwertes zu machen. Die Verantwortlichen um Krösche würden Kostic gewiss nicht für jeden Preis gehen lassen. Da der sich aber in den vergangenen Jahren immer wieder von einem Verbleib überzeugen ließ, dürfte die Eintracht ihm gleichzeitig keine Steine in den Weg legen, wenn dieser einen Wechsel forciert. Die Chance, erstmalig auch in der Champions League aufzulaufen, könnte für den 28-Jährigen durchaus reizvoll sein. 

3. Auch Kostic ist ersetzbar

Die Leistungen Kostics in den vergangenen drei Jahren bei der Eintracht waren teils herausragend. Seine körperliche Wucht mit der er die linke Seite beackert hat, beeindruckte den Anhang der Hessen zurecht. Doch Kostics Spielweise ist in alldem auch eindimensional. Seine starke Vorlagenquote ist dabei vor allem durch die hohe Flankenfrequenz bedingt. Aus dem Spiel heraus flankte Kostic in der vergangenen Saison in der Bundesliga 213 mal, bereitete so 17 Treffer vor. Zum Vergleich: Borna Sosa vom VfB Stuttgart folgt auf Platz zwei mit 128 Flanken aus dem Spiel heraus und bereitete so neun Treffer vor. In der vergangenen Rückserie blühte Kostic auch auf, weil mit Kumpel Luka Jovic leihweise von Real Madrid zurückkehrte. 20 seiner 21 Scorerpunkte fielen in die Zeit der Jovic-Rückkehr. Ohne die Real-Leihgabe war es zuvor nur ein Assist in elf Spielen. Da der Angreifer nach Spanien zurückkehrt und eine erneute Rückkehr nach Frankfurt unwahrscheinlich ist, stellt sich den Verantwortlichen auch da die Frage, ob der Zeitpunkt für einen Wechsel in diesem Sommer ein guter wäre, um den Kader noch breiter und facettenreicher aufzustellen. 

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Benjamin Heinrich  
11.06.2021