Nachwuchsprobleme

3 Gründe, warum die U23-Rückkehr für die Eintracht elementar wäre

Markus Krösche hat auch im Nachwuchsbereich bei der Eintracht große Pläne. Foto: Getty Images

Eintracht Frankfurt und Eigengewächse? Seit Jahren ein schwieriges Thema. Die fehlende zweite Mannschaft könnte helfen und wäre vermutlich auch in der Causa Blanco ein wichtiger Faktor gewesen. Sportboss Markus Krösche hat eine Wiedereinführung in Angriff genommen. Und die wäre immens wichtig. 

Von der Eintracht berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Aymen Barkok feierte im Herbst 2016 sein Debüt für die Profis von Eintracht Frankfurt. Er ist der letzte Jugendspieler der Hessen, der den Durchbruch in der Bundesliga packte - auch wenn er mit seinen mittlerweile 23 Jahren noch von einem gestandenen Bundesligaspieler oder gar einem Stammspieler weit entfernt ist. Seitdem ging es bei der Eintracht über jugendliche Schnupperkurse nicht hinaus. Ein Faktor: Die fehlende zweite Mannschaft, die bei den Frankfurtern 2014 aus finanziellen Gründen eingestellt wurde. Gespräche mit dem Hessenligisten SC Hessen Dreieich und dem Hessischen Fußballverband laufen auf Hochtouren. Eine Wiedereinführung im Sommer ist nach fussball.news-Informationen das große Ziel. fussball.news nennt drei Gründe, warum die Rückkehr einer zweiten Mannschaft, die mehr den Charakter einer U21- statt einer U23 Mannschaft haben soll, für die Eintracht von großer Bedeutung wäre.

1. Spielpraxis für Youngster und Rückkehrer

Zum Ende der vergangenen Saison durfte Torhüter Elias Bördner am letzten Spieltag gegen den SC Freiburg (3:1) noch sein Bundesligadebüt feiern, als es um nichts mehr ging für die Frankfurter. In der laufenden Saison wurde der 19-Jährige an Drittligist Viktoria Köln verliehen, ist dort aber nur die Nummer zwei - Spielpraxis Fehlanzeige. Er wäre wohl einer der Akteure, die in einer U23-Mannschaft Spielpraxis sammeln könnten. Auch Keeper Diant Ramaj, der beim 1:1 in Augsburg zuletzt sein Profidebüt feierte, könnte davon profitieren. In jungen Jahren ist neben hochwertigem Training das Sammeln von Erfahrungen in Spielsituationen elementar für die Entwicklung. Die Akteure im Kader, die zwischen Bank- und Tribünenplatz wechseln, könnten in einer U21-Mannschaft ihren Spielrhythmus aufrechterhalten. Ähnliches gilt für Langzeitverletzte, die sich über eine zweite Mannschaft auch wieder körperlich herantasten könnten.

2. Zwischenschritt für Jugendliche

In der derzeitigen U19-Mannschaft und der U17 der Eintracht tummeln sich einige Talente. Allen voran bei den A-Junioren die Mittelfeldspieler Mo Damar, Mehdi Loune, Antonio Foti und Luka Hyryläinen. Diese sollen auch in der Rückrunde immer wieder ins Training der Profis integriert werden. Doch der Sprung in die Bundesliga ist groß. Neben Spielen im Jugendbereich könnten solche Akteure bereits im Alter von 16 oder 17 Jahren Spielpraxis in der zweiten Mannschaft und damit auch Erfahrung im Herrenbereich sammeln. Gerade die Anpassung an das körperliche Niveau wäre für sie hilfreich und könnte ihnen im Anschluss den Sprung ins Profigeschäft erleichtern. Selbst ein Toptalent wie Jamal Musiala (FC Bayern München) profitierte zwischenzeitlich von Spielpraxis in der zweiten Mannschaft des deutschen Rekordmeisters.

3. Argument für externe Zugänge

Mit Fabio Blanco verlor die Eintracht im Winter ein vielversprechendes Talent, mit Enrique Herrero könnte das nächste folgen. Beide waren oder sind mit ihrer Perspektive in Frankfurt nicht zufrieden. Dabei hätte eine U21-Mannschaft in der Causa Blanco womöglich helfen können. Der 17-jährige Spanier hätte dort Spielpraxis sammeln können und hätte gleichzeitig zu spüren bekommen, dass der Sprung aus der Jugend in den Herrenbereich ein großer ist. Eigene Defizite wären vermutlich eher zum Vorschein gekommen. Bei Herrero gilt nun Ähnliches. Auch in Zukunft könnte eine zweite Mannschaft bei der Verpflichtung von jungen Talenten ein wichtiges Argument sein. Denn Spielpraxis im Herrenbereich würde auch ihnen den Weg zum Profi deutlich erleichtern. Ganz konkret auch Marcel Wenig, den es im Sommer wohl vom FC Bayern München zu den den Hessen ziehen wird. 

Fazit:

Die Rückkehr einer U23 hätte nicht primär das Ziel als Auffangbecken für die Jugendspieler zu dienen, denen die Bundesliga nicht zugetraut wird. Sie sollte es sich vielmehr zur Aufgabe machen, jungen Talenten im eigenen Klub als Sprungbrett und Übungsfeld im Herrenbereich zu dienen. Um im deutschen Fußball in Sachen Nachwuchsarbeit wieder eine wichtige Rolle spielen zu können, wäre dieser Schritt für die Eintracht fast schon existenziell. 

Profile picture for user Benjamin Heinrich
Benjamin Heinrich  
19.01.2022