Nach Stotterstart

3 Gründe, warum die Eintracht jetzt mit Glasner erfolgreich ist

Oliver Glasner hat mit Eintracht Frankfurt die positive Wende geschafft. Foto: Getty Images

27 Punkte in der Bundesliga, Achtelfinale in der Europa League und ein ansehnlicher Fußball: Eintracht Frankfurt ist mit Trainer Oliver Glasner in der Erfolgsspur gelandet und das trotz zwischenzeitlicher Krise und Kritik am neuen Coach. fussball.news nennt drei Gründe für den sportlichen Aufschwung. 

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Manch ein Bundesligisten würde sich eine solche Entwicklung wünschen. Beim VfL Wolfsburg, bei RB Leipzig und auch bei Borussia Dortmund haben die neuen Trainer im Sommer (noch) nicht eingeschlagen. Bei den Leipzigern und den Wolfsburgern gab es sogar schon den Trainerwechsel. Auch Eintracht Frankfurt startete mit dem neuen Coach Oliver Glasner zunächst durchwachsen. Zuletzt standen in der Bundesliga aber sechs Siege aus sieben Spielen. Die Hessen werden in der Europa League überwintern und in der Bundesliga auf einem Top 6-Platz. Eine Entwicklung, die nicht von ungefähr kommt. fussball.news nennt drei Gründe für die große Eintracht-Wende. 

1. Festhalten an Glasner

Ende Oktober stand Eintracht Frankfurt am Scheideweg. Nach den ersten neun Spieltagen hatten die Hessen gerade einmal acht Punkte gesammelt. Vor den Spielen gegen RB Leipzig (1:1) und der SpVgg Greuther Fürth (2:1) wurde medial schon ordentlich am Trainerstuhl gewackelt. Intern hingegen behielt Sportvorstand Markus Krösche die Ruhe. "Wir haben uns was dabei gedacht, als wir Oliver Glasner verpflichtet haben. Wir wissen für was er steht und wie sein Fußball aussieht. Auf der andere Seite wussten wir auch, dass es Zeit braucht", sagte Krösche nach dem 1:0 gegen den FSV Mainz 05. Er sollte recht behalten. Die Mannschaft verstand in der Folge immer mehr, was Glasner von ihr erwartet und setzte es auf dem Rasen um. 

2. Kompromissbereitschaft 

Der Trainer wiederum erkannte im Laufe der Hinserie, dass er gar nicht die komplette Mannschaft umkrempeln muss. Versuchte er zwischenzeitlich das Einführen der Viererkette, setzte er in der Folge auf das altbewährte System von Vorgänger Adi Hütter mit einer defensiven Dreierkette, Filip Kostic als linken Schienenspieler und zwei offensiven Mittelfeldspielern hinter einer Spitze. Zeitgleich implementierte Glasner den Spielern aber auch das Kombinationsspiel durch die Mitte. Die Folge: An den letzten neun Toren in der Bundesliga war Kostic nicht beteiligt und ist dennoch wertvoll für die Eintracht. Weil aber auch das Trio in der Offensive um Daichi Kamada, Jesper Lindström und Rafael Borre (beide fünf Scorerpunkte in den letzten vier Spielen) in diesen System aufgehen, ist die Eintracht wohl so variabel wie selten zuvor. Ein Kompromiss, der den Frankfurtern gut tat. 

3. Die zweite Reihe

Oliver Glasner hingegen sieht vor allem einen Schlüssel für den Erfolg der Mannschaft: "Dass wir immer bei uns geblieben sind, an uns geglaubt haben und uns vor allem nicht in der Gruppe auseinanderdividieren haben lassen." Es habe im Team auch immer wieder Härtefälle gegeben. Tuta war lange außen vor, Danny da Costa und Timothy Chandler ebenso: "Als sie wieder gespielt haben, waren sie immer da. Sie waren immer da für die Mannschaft, sie waren immer da für die Eintracht. Das ist etwas Außergewöhnliches und für mich der wahre Schlüssel." Auch Sportvorstand Markus Krösche lobte genau jene Spieler aus der zweiten Reihe: "Eine erfolgreiche Mannschaft hängt ganz viel von den Spielern ab, die weniger spielen. Die Jungs, haben immer wieder Gas gegeben, sind ans Limit gegangen und somit haben sie das Level der Mannschaft angehoben." 

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Benjamin Heinrich  
19.12.2021