DFB-Pokal

3 Erkenntnisse zum BVB-Sieg beim TSV 1860

Borussia Dortmund zog locker in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Foto: Sebastian Widmann/Getty Images
Borussia Dortmund zog locker in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Foto: Sebastian Widmann/Getty Images

Borussia Dortmund setzte sich im DFB-Pokal souverän mit 3:0 gegen den TSV 1860 München durch. Die Defensive präsentierte sich - gegen einen wohlgemerkt harmlosen Drittligisten - sattelfest, der Sieg hätte derweil noch deutlich höher ausfallen können. Vor allem die Neuzugänge Nico Schlotterbeck, Niklas Süle und Karim Adeyemi konnten auf sich aufmerksam machen. Donyell Malen präsentierte sich unterdessen mit frischem Spielwitz. Auf dem Transfermarkt sollte der BVB dennoch tätig werden - um einen echten Torjäger zu holen und Sebastien Haller damit vorübergehend zu ersetzen. fussball.news mit drei Erkenntnissen zum Erfolg vom Freitagabend.

Aus dem Grünwalder Stadion berichtet fussball.news-Reporter Adrian Kühnel.

1. Schlotterbeck und Süle gesetzt, Hummels hinten dran

Trainer Edin Terzic entschied sich gegen den TSV 1860 München für das Innenverteidiger-Duo Nico Schlotterbeck und Niklas Süle. Die beiden Sommer-Neuzugänge erhielten den Vorzug, während der noch in der Vorsaison in der Startelf gesetzte Mats Hummels zunächst auf der Ersatzbank Platz nahm. Schlotterbeck und Süle wirkten aufeinander bestens abgestimmt, schoben den Ball im Aufbauspiel immer wieder fein hin und her - und weckten damit den Eindruck, als würden sie schon längere Zeit miteinander für den BVB spielen. Zur Halbzeit nahm Terzic Süle jedoch vom Feld. Allerdings war dies nur eine Vorsichtsmaßnahme, weil Süle etwas im Oberschenkel spürte. Hummels kam für die zweite Hälfte. "Er hat ein hervorragendes Spiel gemacht", konstatierte Terzic positiv, "er war sehr präsent, sehr zweikampfstark und sehr klar im Passspiel - so stellen wir uns das vor". Dennoch darf davon ausgegangen werden, dass Terzic beim Bundesliga-Start gegen Bayer Leverkusen (6. August, 18.30 Uhr) zunächst wieder auf Schlotterbeck und Süle setzen wird - sofern beide spielfit sind.

2. Malen und Adeyemi mit starken Ansätzen - aber noch Steigerungspotenzial

Donyell Malen und Karim Adeyemi bildeten am Freitagabend im Grünwalder Stadion die Flügelzange des BVB. Allen voran Malen machte auf sich aufmerksam, traf bereits in der 8. Minute zur Führung, legte in der 35. Minute das Tor von Adeyemi auf - und wurde daher völlig verdient nach Schlusspfiff zum Spieler des Spiels gekürt. Der 23-jährige Niederländer kam immer wieder gefährlich über die linke Seite, wusste sich im Eins-gegen-Eins stark zu behaupten und zog damit das Lob seines Trainers auf sich. "So stellen wir uns das vor", erklärte Terzic, der weiß, dass Malen auf eine durchwachsene erste Saison im Dortmund-Trikot zurückblickt. Laut dem BVB-Coach machte es auch Adeyemi auf dem rechten Flügel gut. Dass der Schuss des deutschen Nationalspielers im Tor landete, hatte er jedoch auch einem Patzer von 1860-Keeper Marco Hiller zu verdanken. Obwohl Malen und Adeyemi sich vielversprechend präsentierten, merkte Terzic an: "Es war noch nicht alles gut, das werden wir ihnen auch aufzeigen. Aber es war schonmal ein guter erster Schritt in die richtige Richtung."

3. Der BVB braucht noch einen Haller-Ersatz - und zwar eine echte Neun

Am Samstag teilte Borussia Dortmund mit, dass der bei Neuzugang Sebastien Haller diagnostizierte Hodentumor ein bösartiger ist. Der 28 Jahre alte Ivorer muss sich daher einer Chemotherapie unterziehen. Folglich wird der Torjäger den Westfalen einige Monate nicht zur Verfügung stehen, möglicherweise die gesamte Hinrunde fehlen. Gegen den TSV 1860 erzielte der BVB zwar auch ohne Haller drei Tore, doch hätten es noch deutlich mehr sein können, ja gar müssen. Schwarzgelb gab insgesamt elf Torschüsse ab, doch nur drei landeten im Netz. Youssoufa Moukoko, der torlos blieb und im Sturmzentrum agierte, habe sich laut Sportdirektor Sebastian Kehl "engagiert". Dem 17-Jährigen habe "in der ein oder anderen Situation das Quäntchen Glück gefehlt", so Kehl. Wie der Manager erklärte, laufe die Suche nach einem neuen Mittelstürmer weiter an. Für die Mission, in der Champions League möglichst weit zu kommen und in der Bundesliga den Traum von der Meisterschale lange offen zu halten, bedarf es beim BVB somit einen Ersatz für Haller, der vorne drinnen die nötige Durchschlagskraft und Torjäger-Qualitäten mitbringt, um dem Team die nötigen Treffer und dementsprechend auch Punkte zu bescheren.

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Adrian Kuehnel  
31.07.2022