0:2-Niederlage

3 Erkenntnisse aus dem Testspiel der Eintracht gegen FCN

Evan N'Dicka (l.) gehörte bei der Eintracht im Testspiel gegen Nürnberg zu den Positiverscheinungen. Foto: Imago

Testspielergebnisse sind keines Falls überzubewerten. Auch die 0:2-Niederlage von Eintracht Frankfurt gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg ist es nicht. Dennoch bot der Auftritt der Hessen einige Erkenntnisse.

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Mit einer B-Mannschaft, die gespickt war mit einigen Stammspielern wie Verteidiger Almamy Toure, Defensivspieler Makoto Hasebe und Stoßstürmer Bas Dost, unterlag Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Nürnberg mit 0:2. Die Franken wechselten beim Testkick auf Trainingsplatz 4 der Eintracht zur Halbzeit munter durch, gaben auch einigen Reserven Einsatzzeiten. Die Tore fielen im zweiten Durchgang früh durch Johannes Geis (47. Minute) und spät durch Felix Lohkemper (87. Minute). Trainer Adi Hütter forderte vor dem Spiel ein anderes Auftreten der Reservisten als im Testspiel gegen die Würzburger Kickers (0:3) im Oktober. Doch welche Schlüsse hat die Partie zugelassen?

1. Reservisten konnten sich kaum aufdrängen

Mittelfeldspieler Dominik Kohr zeigte sich gegen die Nürnberger gewohnt einsatzfreudig und bissig in den Zweikämpfen. Ihm merkte man an, dass er sich zeigen wollte. Rechtsverteidiger Danny da Costa zeigte auf ungeliebter Position auf der offensiven rechten Außenbahn gute Ansätze. Ihm hingegen merkte man aber an, dass er dort nicht zuhause ist. Die Außenverteidiger Erik Durm und Timothy Chandler, Innenverteidiger Tuta, Spielmacher Ajdin Hrustic und Torhüter Elias Bördner (18-jährige Nummer 3 der Profis), der beim ersten Gegentreffer schwer patzte, konnten sich nicht für weitere Aufgaben empfehlen. Speziell bei Hrustic wurde deutlich, dass das Niveau aktuell für die Bundesliga noch nicht reicht. 

2. Viererkette funktioniert noch nicht

Adi Hütter ordnete sein Team in einem 4-2-3-1 an. Im ersten Durchgang verlor der Zuschauer allerdings zuweilen die Orientierung, in welcher Formation die Frankfurter denn unterwegs sind. Auf den Außenbahnen fehlte die Klarheit, das Positionsspiel stimmte nur selten, was sicher auch dem geschuldet war, dass auf den offensiven Außenbahnen jeweils eigentlich defensiv denkende Spieler aufliefen. Auf der linken Seite wechselten Durm und Chandler immer wieder die Positionen. Zielführend war das kaum. Auf rechts hingegen verlor Toure einige Male komplett die Orientierung und riss so Lücken in der Hintermannschaft. Hütter gilt eigentlich als Verfechter der Viererkette, dürfte nach dem Auftritt allerdings seine Zweifel haben, ob das System das Richtige für sein Team ist.

3. N'Dicka bringt alles mit für einen Top-Innenverteidiger

Ein Lichtblick im Testspiel war der Franzose Evan N'Dicka. Obgleich die Defensive häufiger in Nöte kam, stach der 21-Jährige dort heraus, war der deutlich präsentere und sicherere der beiden Youngster in der Innenverteidigung. Tempo, Technik, Zweikampfstärke: N'Dicka, der demnächst sein 50. Bundesligaspiel bestreiten wird, gehört die Zukunft. In Frankfurt steht er vor der Hürde, dass mit Martin Hinteregger bereits ein weiterer Linksfuß Stammspieler ist. Hütter täte in jedem Fall gut daran, Lösungen zu finden, wie er auch den U21-Nationalspieler in der Stammformation einbauen kann. Dessen Leistungsstärke ist unumstritten und seine Entwicklung wohl noch lange nicht am Ende.

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Benjamin Heinrich  
13.11.2020