Vor Bundesliga-Start

3 Erkenntnisse aus dem Pokal-Aus der Eintracht

Ratlose Frankfurter bei der Niederlage in Mannheim. Foto: Imago

In der ersten Runde sind in der Historie des DFB-Pokals schon diverse Favoriten gescheitert. Auch Eintracht Frankfurt erwischte es nach 2018 wieder mit einem 0:2 beim Drittligisten Waldhof Mannheim. Die Pokalpartie bot einige Erkenntnisse.

Aus dem Carl-Benz-Stadion in Mannheim berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Fünf Tage sind es noch, dann geht es für Eintracht Frankfurt auch in der Bundesliga los. Zum Auftakt geht es für den neuen Trainer Oliver Glasner am Samstag (18:30 Uhr) zu Borussia Dortmund. Kein leichter Gegner. Die Generalprobe im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim ging mit einer 0:2-Niederlage mächtig in die Hose. fussball.news nennt drei Erkenntnisse aus dem Spiel. 

1. Noch viel Arbeit für Glasner

Nach einem ordentlichen Start offenbarte die Eintracht in Mannheim sowohl vorne als auch hinten Schwächen. In der Offensive fehlte es an Durchschlagskraft und die neuformierte Dreier-Offensive mit den beiden Neuzugängen Rafael Borre und Jesper Lindström sowie Daichi Kamada fremdelte zunehmend miteinander. Die Laufwege stimmten noch nicht. Bezeichnend: Waldhof schoss in der Partie gegen den Bundesligisten sogar einmal mehr aus Tor (12:11). Hinten hingegen erwischten in der defensiven Dreierkette sowohl Martin Hinteregger als auch Tuta einen miserablen Tag. Der Brasilianer war an beiden Gegentoren maßgeblich beteiligt, der Österreicher bot eine unkonzentrierte Leistung, die am Ende auch noch in einem Platzverweis (62. Minute) mündete. "Wenn wir hier heute Spieler haben, die nur 15 oder 20 Prozent gewonnene Zweikämpfe haben, dann ist das entscheidend. In den Basics waren wir nicht gut genug", kritisierte auch Glasner. Luft nach oben in allen Bereichen. Will die Eintracht in Dortmund bestehen, wird sie unter der Woche hart an den Defiziten arbeiten müssen.

2. Kostic darf auf keinen Fall gehen

Das Fehlen von Unterschiedsspieler Filip Kostic wurde in der Partie bei den Mannheimern offensichtlich. Dessen Ersatz Christopher Lenz gewann lediglich 42 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte nur 78 Prozent seiner Zuspiele zum Mitspieler, nur ein einziger Pass hatte einen Torabschluss zur Folge. Weder defensiv noch offensiv konnte der 26-Jährige trotz 118 Ballkontakten glänzen. Die positive Nachricht: Bei Borussia Dortmund kann Oliver Glasner wieder auf Filip Kostic setzen. Der Serbe war nur für das Pokalspiel gesperrt. Allerdings ranken sich auch diverse Wechselgerüchte um den 28-Jährigen. Italienische Medien berichten, dass es vor allem mit Lazio Rom bereits ganz heiß sein soll. Dabei ist Kostic in Frankfurt quasi unersetzlich. Seinen Abgang würde die Eintracht, nachdem bereits Toptorjäger Andre Silva den Klub verlassen hat, kaum verkraften können. Kostics Wert für den Traditionsverein ist derzeitig riesig und mit einer Ablösesumme von über 20 Millionen Euro kaum zu bemessen. Die Eintracht tut gut dran, ihren Linksaußen zum Verbleib zu bewegen.

3. Trapp zum Saisonstart voll da

Die Kritik an Kevin Trapp war in der Sommerpause groß. Nach eineinhalb durchwachsenen Jahren im Tor der Eintracht erwarten viele im Umfeld wieder Topleistungen des Nationaltorhüters, der mit Deutschland auch an der EURO teilnahm als dritter Torhüter. Der 31-Jährige ist Topverdiener in der Rhein-Main-Metropole, kam 2018 zunächst per Leihe von Paris Saint-Germain zurück an den Main. Ein Jahr später dann für sieben Millionen Euro fest. In Mannheim parierte Trapp mehrmals glänzend, hielt seine Mannschaft gegen Schnatterer (40.) und Martinovic (44.) im ersten Durchgang im Spiel. Auch nach dem Seitenwechsel war der Saarländer sicherer Rückhalt, rettete trotz 0:2-Rückstands zweimal gegen Martinovic (59./77.). Hätte seine Mannschaft mitgespielt, wäre Trapp der Matchwinner gewesen. So allerdings half auch seine Topleistung nicht zum Sieg. Darauf aufbauen kann er dennoch. 

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Benjamin Heinrich  
09.08.2021