7. Spieltag

2. Bundesliga: Kiel geht in Unterzahl baden, Düsseldorf verpasst Sieg

Ioannis Gelios (Mitte) flog nach zehn Minuten vom Platz. Foto: Imago.
Ioannis Gelios (Mitte) flog nach zehn Minuten vom Platz. Foto: Imago.

In Unterzahl hat Holstein Kiel deutlich gegen Hannover 96 verloren. Derweil trennten sich Fortuna Düsseldorf und Jahn Regensburg nach einer unterhaltsamen Partie mit 1:1, während der 1. FC Heidenheim beim SV Sandhausen siegreich war.

Platzverweis leitet Kieler Niederlage ein

Die Hausherren erwischten im Holstein-Stadion den besseren Start. Nach einem Doppelpass mit Benedikt Pichler kam Fabian Reese bereits nach drei Minuten zum Abschluss, der Schlenzer von der linken Seite segelte knapp am langen Pfosten vorbei. Drei Minuten später war Phil Neumann nach einer Flanke von Reese zur Stelle, traf aber nur das Außennetz. Daraufhin glitt Holstein Kiel das Spiel aus den Händen: Nach einem zu steilen Pass von Sebastian Kerk eilte Ioannis Gelios aus seinem Tor heraus, die Klärungsaktion landete allerdings in den Beinen von Lukas Hinterseer. Der Kieler Keeper brachte den 96-Stürmer, der aufs leere Tor hätte schießen können, zu Fall und wurde von Schiedsrichter Timo Gerach nach zehn Minuten des Feldes verwiesen. Vier Minuten später traf Kerk den Pfosten, kurz darauf ging Hannover 96 dann in Führung: Nach einem Spielzug über die rechte Seite bediente Kerk Sebastian Ernst, dessen abgefälschter Schuss aus über 20 Metern im Tor landete (18.). In der 25. Minute erhöhte Hannover auf 2:0, als Ernst sich nach einem feinen Spielzug revanchierte und Kerk bediente, dessen Linkschuss aus halbrechter Position im langen Eck landete. In Minute 35 erzielte Hannover das dritte Tor: Ron-Robert Zieler machte das Spiel nach einem Freistoß schnell und schickte Linton Maina in die Tiefe. Der Außenbahnspieler hatte Glück, dass Marcel Benger stolperte, konnte daraufhin durchmarschieren und den Ball frei vor dem eingewechselten Ersatztorwart Thomas Däne einschieben. Gegen dezimierte Kieler spielte Hannover druckvoll, offensiv und ging daher mit einer verdienten Führung in die Kabine.

Auch nach dem Seitenwechsel schaltete Hannover zunächst keine Gänge zurück. Die Niedersachsen hatten in Person von Beier die erste Chance, der offensive Mittelfeldspieler scheiterte aber an Däne (49.). Erst im Anschluss wurde das Spiel etwas ruhiger, wenngleich Kiel weiterhin bemüht war, gefährlich vor Zielers Tor aufzutauchen. Die beste Gelegenheit hatte der eingewechselte Fiete Arp bei einem Freistoß aus halblinker Position, Zieler parierte sicher (66.). Mit der Zeit verlor die Partie weiter an Schwung. Hannover agierte in der Offensive nicht mehr so zwingend, Kiel war derweil anzumerken, wie sehr der elfte Mann fehlt. Die Schlussphase blieb ruhig, die letzte gute Gelegenheit hatte Arp, dessen Kopfball in der 85. Minute knapp das Tor verpasste. Abgesehen davon warteten beide Mannschaften auf den Abpfiff, der nach 90 Minuten auch erfolgen sollte.

Holstein Kiel bleibt durch die Niederlage auf dem 15. Tabellenplatz und kann am Sonntag bis auf Rang 17 abrutschen. Hannover 96 klettert derweil zwischenzeitlich auf Rang elf.

Düsseldorf holt Punkt nach Rückstand 

Die Zuschauer in der Merkur Spiel-Arena erlebten eine ruhige Anfangsphase zwischen Fortuna Düsseldorf und Jahn Regensburg. Beide Mannschaften suchten den Weg nach vorne, allen voran die Fortuna überzeugte allerdings mit einer kompakten Defensivleistung. Dennoch ging der Tabellenführer aus Regensburg nach 18 Minuten in Führung: Nach einem Fehlpass von Ao Tanaka in der eigenen Hälfte legte Erik Wekesser den Ball für Max Besuschkow ab, der ohne Bedrängnis vom linken Strafraumrand das lange Eck anvisierte und Fortuna-Keeper Florian Kastenmeier überwinden konnte. Im Anschluss hatte Rouwen Hennings einige Gelegenheiten zum Ausgleich (19., 21.), Regensburg stellte beinahe aber auf 2:0. Nach einer Flanke von rechts verschätzte sich Kastenmeier, Kaan Caliskaner kam frei zum Kopfball, setzte diesen aber am fast leeren Tor vorbei (29.). Das sollte sich wenig später rächen: Eine Hereingabe von Felix Klaus landete auf der linken Außenbahn, Hartherz bediente mit seiner hohen Flanke mustergültig Robert Bozenik, dessen Kopfball aus wenigen Metern im Netz landete (33.). Die Fortuna belohnte sich für einen sukzessive gesteigerten Aufwand und blieb am Drücker, während Regensburg nur vereinzelt Risiko einging und defensiv wie offensiv auf Sicherheit bedacht war. Die Gäste nahmen das 1:1 schlussendlich mit in die Halbzeitpause.

Die Fortuna begann nach dem Seitenwechsel erneut druckvoll und hatte die erste Gelegenheit: Khaled Narey bediente Hennings von der rechten Außenbahn, der Kopfball des Stürmers ging knapp über das Tor (48.). In der 56. Minute hatte Bozenik eine weitere Gelegenheit, der Schuss aus knapp 16 Metern ging jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei. Regensburg ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, in Ballbesitzphasen konzentrierten sich die Gäste auf einen flachen und geduldigen Aufbau. Gegen den Ball überzeugte die Regensburger Defensive, wobei Düsseldorf durch mangelnde Konzentration und Konsequenz auffiel. Eine gute Chance bot sich durch Christoph Klarer, dessen Nachschuss nach einem geblockten Freistoß von Hennings über das Tor segelte (64.). Vier Minuten später scheiterte Klaus aus ähnlicher Position an Alexander Meyer. Regensburg gab sich offenbar mit dem Remis zufrieden, zog sich weiter in die eigene Hälfte zurück und legte den Fokus auf Umschaltmomente. Mit Beginn der Schlussviertelstunde hatte die Fortuna allerdings Glück: Nach einer Ecke von der rechten Seite verschätzte sich Kastenmeier, Scott Kennedy köpfte den Ball ins leere Tor. Der Treffer wurde jedoch wegen eines Handspiels zurückgenommen (74.). Düsseldorf blieb in der Schlussphase am Drücker, ohne gefährlich zu werden. Weil sich mehrere Fortuna-Verteidiger in den gefährlichen Schuss von Charalambo Makridis warfen, blieb es unter dem Strich beim 1:1.

Mit einem Sieg hätte Fortuna Düsseldorf den Anschluss an die obere Tabellenhälfte herstellen können, so bleibt die Elf von Christian Preußer aber mit acht Punkten auf dem vorerst zwölften Tabellenplatz. Jahn Regensburg behauptete unterdessen die Tabellenführung und hat zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Effiziente Heidenheimer gewinnen in Sandhausen

Der 1. FC Heidenheim war von Beginn an die tonangebende Mannschaft und verzeichnete mehr Spielanteile als der SV Sandhausen. Mit der ersten Chance gingen die Gäste auch in Führung: Ein Eckball von der rechten Seite senkte sich gefährlich, Sandhausen-Keeper Nikolai Rehnen legte den Ball mit seinem Block per Knie unglücklich für Oliver Hüsing vor, der den Ball aus wenigen Metern unhaltbar in die Maschen schweißte. Auf der anderen Seite wurde Kevin Müller selten gefordert, der Schlussmann der Heidenheimer war aber gegen Janik Bachmann (20.) und Charlison Benschop (28.) zur Stelle. Das Spiel verwässerte ein wenig, Torraumszenen kamen selten zustande. Heidenheim war allerdings effizient: Nach einem Chip vom Zentrum auf die linke Außenbahn konnte Denis Thomalla durchlaufen und den zentral postierten Tim Kleindienst bedienen, der auf 2:0 erhöhte. Bis zum Pausenpfiff blieb Sandhausen ungefährlich, Heidenheim verwaltete dagegen den Vorsprung.

SVS-Coach Gerhard Kleppinger reagierte auf die schwache erste Halbzeit mit einem dreifachen Wechsel: Erik Zenga, Oumar Diakhite und Pascal Testroet kamen für Carlo Sickinger, Chima Okoroji und Cebio Soukou ins Spiel. Das Motto: Mehr Offensive. In den ersten Minuten setzten sich die Gastgeber auch in der Heidenheimer Hälfte fest und drangen einige Male auf den Außenbahnen durch, die Hereingaben blieben ungefährlich. In der 53. Minute wurde der Aufwand belohnt: Diakhite flankte aus dem rechten Halbfeld an den zweiten Pfosten, der Kopfball von Testroet segelte wie eine Bogenlampe ins Netz. Das offensive Spiel eröffnete Heidenheim wiederum Räume: Christian Kühlwetter hätte beinahe auf 3:1 erhöht, Rehnen parierte (58.). Vier Minuten später scheiterte Maurice Malone am Schlussmann der Sandhäuser. In der 65. Minute war wieder Kühlwetter zur Stelle, traf per sattem Rechtsschuss aber nur die Latte. Die Gastgeber verloren an Auftrieb, doch auch Heidenheim tauchte seltener vor Rehnens Tor auf. In der 78. Minute verpasste Heidenheim ein weiteres Mal die Entscheidung, als Kleindienst aus spitzem Winkel nur den Pfosten und nicht das freie Tor traf. In der 85. Minute war es dann so weit: Im Anschluss an einen Eckball flankte Jan Schöppner den Ball noch einmal rein, Patrick Mainka war frei im Zentrum zur Stelle und überwand Rehnen. Mit diesem Treffer markierte der FCH-Kapitän zugleich den Endstand. 

Der SV Sandhausen bleibt auf dem Relegationsplatz, könnte bei Siegen des FC Ingolstadt und Erzgebirge Aue jedoch die rote Laterne erhalten. Der 1. FC Heidenheim hat derweil nur einen Zähler Rückstand auf Platz drei und belegt vorübergehend Rang vier. 

Florian Bajus  
18.09.2021